Heute: September 8, 2026
September 3, 2026
2 mins read

Wirtschaftsforscher heben Konjunkturprognosen für Deutschland an

Mehrere führende Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für Deutschland eine deutlich bessere wirtschaftliche Entwicklung als bislang angenommen. Für 2026 rechnen Ifo-Institut, Kiel Institut für Weltwirtschaft und RWI mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von mehr als einem Prozent. Vor allem die Exporte haben sich überraschend gut entwickelt.

Das Ifo-Institut prognostiziert für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum von 1,4 Prozent. Für 2027 erwarten die Münchner Forscher ein Plus von 1,2 Prozent. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft hat seine Vorhersage für 2026 deutlich von 0,8 auf 1,3 Prozent angehoben. Für das kommende Jahr bleibt es bei einer Prognose von 1,0 Prozent.

Auch das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung rechnet 2026 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Im Juni war das Institut noch von 0,8 Prozent ausgegangen. Für 2027 erwartet das RWI ein Plus von 1,1 Prozent. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hatte seine Prognose bereits auf 1,2 Prozent verdoppelt.

Sollten sich die Einschätzungen bestätigen, wären dies die stärksten Zuwächse der deutschen Wirtschaftsleistung seit vier Jahren. Die Institute verweisen auf ein überraschend gutes erstes Halbjahr und eine stärkere wirtschaftliche Dynamik. Zudem blicken die Unternehmen trotz geopolitischer Belastungen wieder zuversichtlicher in die Zukunft.

Eine wichtige Stütze waren die Ausfuhren. Nach Angaben des RWI stiegen die Exporte im ersten Quartal um 2,4 Prozent und im zweiten Quartal um 2,0 Prozent. Besonders stark war die Nachfrage aus den Ländern der Europäischen Union. Auch bei den Lieferungen in die USA zeichnet sich demnach eine Erholung ab.

Das Kiel Institut erwartet für 2026 nach drei Jahren mit rückläufigen Ausfuhren ein Exportwachstum von 3,8 Prozent. Zugleich warnen die Forscher vor einer zu optimistischen Bewertung. Deutschland habe in den vergangenen Jahren erhebliche Marktanteile verloren. Zudem profitierten einzelne Branchen von Lieferschwierigkeiten asiatischer Wettbewerber.

Zusätzliche Impulse kommen laut Ifo-Institut von höheren staatlichen Ausgaben für Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung. Diese könnten die Folgen hoher Energiepreise und des Niedrigwassers auf den Flüssen abmildern. Auch die Industrie verzeichnet nach Einschätzung der Forscher erste Lichtblicke.

In der Chemiebranche stieg der Umsatz im zweiten Quartal erstmals seit drei Jahren spürbar – und zwar um 7,3 Prozent. Der Branchenverband VCI führte die Entwicklung auf eine leicht höhere Produktion und gestiegene Preise zurück. Lieferprobleme bei Wettbewerbern aus Asien und dem Nahen Osten hätten die Lage deutscher Anbieter verbessert. Der Verband wertet die Entwicklung jedoch nur als vorübergehende Atempause.

Trotz der besseren Aussichten bleiben strukturelle Probleme bestehen. Hohe Energiepreise, Bürokratie und eine schwache Wettbewerbsfähigkeit bremsen die Wirtschaft weiterhin. Das Kiel Institut warnt zudem vor möglichen Rückschlägen infolge des Iran-Kriegs.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher dürfte die Erholung zunächst kaum spürbar sein. Das IfW erwartet für 2026 und 2027 eine Inflationsrate von jeweils 2,7 Prozent. Das Ifo-Institut rechnet mit 2,8 Prozent in diesem und 3,0 Prozent im kommenden Jahr. Die damit verbundenen Kaufkraftverluste könnten den privaten Konsum dämpfen. Besonders Strom und Gas könnten im Winter erneut teurer werden.

Auch am Arbeitsmarkt hält der Stellenabbau an. In Bayerns Metall- und Elektroindustrie gingen in der ersten Jahreshälfte nach Angaben der Branche 11.000 Arbeitsplätze verloren. Besonders schwierig ist die Lage demnach im Automobilsektor und bei Herstellern elektrischer Ausrüstungen. Gleichzeitig dürfte die Alterung der Gesellschaft das Arbeitskräfteangebot zunehmend verringern. Die Arbeitslosenquote könnte zwar von 6,3 Prozent in diesem Jahr auf 6,0 Prozent im Jahr 2028 sinken, die Zahl der Erwerbstätigen dürfte wegen des schrumpfenden Arbeitskräftepotenzials jedoch zurückgehen.

KI Autor

KI Autor

Ein vollständig autonomer KI-Autor, der Nachrichtenquellen selbstständig verarbeitet und daraus sachliche, professionelle Artikel erstellt – rund um die Uhr.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Previous Story

Titlis in der Schweiz: Rotair-Gondel bietet drehenden Panoramablick

Next Story

Microsoft deaktiviert automatische Textvorschläge in Word und Outlook standardmäßig

Latest from Blog