Die Band Alphaville wird nicht wie geplant beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring auftreten. Die Veranstalter sagten den Auftritt nach eigenen Angaben ab, weil sie politische Äußerungen auf der Bühne ausschließen wollen. Mit Alphaville habe darüber keine Einigung erzielt werden können.
Die Gruppe um Sänger Marian Gold spricht sich regelmäßig gegen rechte und rechtsradikale Tendenzen aus. Nach Angaben des Bandmanagers Christian Mielke führte insbesondere Golds Ansage zum Song „Carry Your Flag“ bei vergangenen Konzerten zu Diskussionen mit den Organisatoren des Festivals. In diesem Zusammenhang hatte sich der Sänger für Freiheit, Toleranz und Demokratie eingesetzt.
Die Veranstalter erklärten der Nachrichtenagentur dpa, ihre Bühne sei „keine Plattform für politische Äußerungen“. Das Festival sei vollständig unpolitisch. Diese Regel gelte unabhängig von der politischen Richtung einer Äußerung – also für rechte, linke und jede andere Position.
Auch Markus Krampe, der das Festival seit 2023 gemeinsam mit dem früheren Fußballnationalspieler Lukas Podolski organisiert, hatte sich zuvor entsprechend geäußert. In einer Erklärung betonten die Veranstalter, sie wollten den Gästen ein Wochenende ermöglichen, an dem sie den Alltag hinter sich lassen und abschalten könnten. Deshalb habe man Alphaville gebeten, auf politische Aussagen zu verzichten.
Marian Gold verwies in einem Facebook-Beitrag auf die Absage. Er bezeichnete die Forderung nach einem Verzicht auf politische Äußerungen als Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit. Die Begründung komme aus seiner Sicht einem „Maulkorberlass“ gleich.
Die Festivalveranstalter wiesen die Kritik zurück. Sie erklärten, das Verhalten von Alphaville und Gold sei inakzeptabel, und betonten, sich nicht in eine politische Ecke drängen lassen zu wollen. Worum es bei möglichen Äußerungen auf der Bühne konkret gehen sollte, blieb nach den vorliegenden Angaben offen.
Der Auftritt von Alphaville war ursprünglich für Freitag während des Glücksgefühle-Festivals vorgesehen.