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September 2, 2026
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Afrikas Rechenzentren wachsen – doch der digitale Zugang bleibt ungleich

In Afrika entstehen mit hohem Tempo neue Rechenzentren, Unterseekabel und Glasfasernetze. Die digitale Infrastruktur vernetzt regionale Wirtschaftsräume und schafft neue Möglichkeiten für Unternehmen. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der Bevölkerung vom technologischen Fortschritt ausgeschlossen.

Ein Beispiel für die zunehmende Vernetzung ist das vom US-Technologieunternehmen Google betriebene Unterseekabel „Equiano“. Es mündet in Lagos direkt in das Open Access Data Centre. Das Kabel verbindet Sesimbra in Portugal mit Kapstadt in Südafrika und verfügt über Abzweigungen nach Lagos, Lomé, Swakopmund und Rupert’s Bay auf St. Helena.

Lagos gilt als wichtiger Wirtschaftsort Nigerias und bietet damit günstige Bedingungen für das Rechenzentrum. Nach Angaben des Betriebsleiters Olatunji Odouloju verbindet die Einrichtung Cloud-Anbieter, Unternehmen und digitale Plattformen in Westafrika. Insgesamt werden demnach 38 Standorte in Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und Südafrika bedient.

Rechenzentren gelten als zentrale Grundlage der digitalen Wirtschaft. Sie speichern und verarbeiten große Datenmengen und ermöglichen es Regierungen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, effizienter zu arbeiten. Nach Einschätzung Odouloj us können Bau und Betrieb solcher Anlagen Kapital in regionale Märkte bringen und Arbeitsplätze etwa in den Bereichen Cybersicherheit, Anlagenmanagement und Energieoptimierung schaffen.

Die Entwicklung wird durch Investitionen in Rechenzentren, Unterseekabel, Glasfaser, mobiles Breitband und Künstliche Intelligenz vorangetrieben. Südafrika, Nigeria, Kenia und Ägypten übernehmen dabei führende Rollen. Die Infrastruktur soll unter anderem dafür sorgen, dass Streaming, Videoanrufe und Finanztransaktionen ohne größere Verzögerungen funktionieren. Zudem könne sie die digitale Souveränität der Staaten stärken und Innovationen fördern.

Auch mobile Finanzdienste zeigen die wachsende Bedeutung digitaler Angebote. Laut einem Bericht des Mobilfunkverbands GSMA verschickten 2024 mehr als 1,1 Milliarden Handynutzer Geld über mobile Anwendungen. Der Gesamtwert der Transaktionen lag bei 1,1 Billionen US-Dollar. Das entsprach etwa zwei Dritteln des weltweiten Transaktionsvolumens.

Trotz des Ausbaus ist Afrikas Anteil an der weltweiten Rechenzentrumskapazität gering. Nach Angaben der Africa Data Centres Association entfallen rund 0,6 Prozent der globalen Kapazität auf den Kontinent. In Afrika stehen demnach 360 Megawatt einer installierten Kapazität von 55 Gigawatt im Rest der Welt gegenüber. Eine häufig schwankende Rechenleistung und der Anschluss an das Stromnetz gelten dabei als wichtige Herausforderungen.

Auch der Energieverbrauch der Anlagen sorgt für Bedenken. Odouloju räumte ein, dass Rechenzentren große Mengen Energie verbrauchen. Zugleich würden neue Energieprojekte zur Versorgung der Zentren und neue Kühltechnologien entwickelt.

Der Zugang zu digitalen Diensten bleibt jedoch ungleich verteilt. Der südafrikanische Technologieexperte Arthur Goldstuck weist darauf hin, dass ein an einem afrikanischen Strand anlandendes Unterseekabel nicht automatisch bedeutet, dass ein Haushalt mit dem Internet verbunden ist. Nach Angaben der GSMA nutzen trotz der weit verbreiteten Verfügbarkeit fast eine Milliarde Menschen in Afrika kein mobiles Internet. Als Hindernisse gelten unter anderem die Preise für Smartphones, Datenkosten, der Zugang zu Strom und fehlende digitale Kompetenzen.

Besonders deutlich ist der Unterschied zwischen Städten und ländlichen Regionen. Die Internationale Fernmeldeunion schätzt, dass etwa 21 Prozent der Menschen in ländlichen Gebieten Afrikas das Internet nutzen. In den Städten liegt der Anteil demnach bei rund 55 Prozent. In Metropolen wie Johannesburg, Nairobi, Lagos, Kairo und Kapstadt gibt es eine leistungsfähige Cloud- und Dateninfrastruktur. In einkommensschwächeren und ländlichen Gemeinden ist die Lage dagegen deutlich schwieriger.

Investitionen könnten nach Einschätzung Goldstucks dazu beitragen, die Kosten digitaler Angebote zu senken und Bereiche wie Fintech, E-Commerce, Bildung und Gesundheitswesen zu unterstützen. Dafür brauche es jedoch Wettbewerb, damit mögliche Einsparungen an die Verbraucher weitergegeben würden.

Der Beitrag basiert auf Material der Deutschen Welle.

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