Der FC Bayern München trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Zweitligisten VfL Osnabrück. Vor dem Duell erklärt Tobias Schweinsteiger, der für beide Vereine gearbeitet hat, warum das Spiel für den Rekordmeister trotz des deutlichen Qualitätsunterschieds unangenehm werden könnte.
Schweinsteiger spielte von 2012 bis 2015 für die zweite Mannschaft des FC Bayern und erzielte dabei 27 Tore in 72 Pflichtspielen. Anschließend arbeitete er als Trainer im Nachwuchsbereich und bei Bayern II. Im August 2022 übernahm er beim VfL Osnabrück seinen ersten Posten als Cheftrainer. In seiner ersten Saison gelang ihm mit dem Verein der Aufstieg in die 2. Liga.
Besonders die Atmosphäre an der Bremer Brücke könne den VfL antreiben. „Das Stadion ist schon besonders“, sagte Schweinsteiger gegenüber BILD. Das alte Stadion liege mitten in der Stadt, die Zuschauer seien besonders nah am Spielfeld. Vor allem die Ostkurve sorge regelmäßig für eine starke Stimmung.
„Wenn Bayern das Spiel nicht gekillt hat, kann vor allem die Ostkurve eine Gewalt entwickeln“, warnte Schweinsteiger. In seiner Zeit in Osnabrück habe er selbst erlebt, wie die Mannschaft Spiele durch die Unterstützung von den Rängen noch drehen konnte.
Neben der Kulisse könne auch der Rasen eine Rolle spielen. Schweinsteiger beschrieb den Untergrund als älter und nicht mit dem Rasen in der Allianz Arena vergleichbar. Bei Regen verzeihe der Platz nach seiner Einschätzung weniger Fehler. Das könne dem Außenseiter zugutekommen.
Dennoch sieht Schweinsteiger nur geringe Chancen für Osnabrück. Der Qualitätsunterschied sei so groß, dass der VfL taktisch nur begrenzte Möglichkeiten habe. Gegen Bayern München brauche man neben einer guten Leistung auch sehr viel Spielglück, sagte der frühere Mittelstürmer.
Osnabrück habe unter Trainer Timo Schultz in den vergangenen 14 Monaten eine gute Struktur und ein starkes Umschaltspiel entwickelt. Als mögliche Spieler, auf die Bayern achten müsse, nannte Schweinsteiger Ismail Badjie und Adrian Beck. Badjie habe einst als A-Jugendlicher bei Bayern mittrainiert, Beck sei aus Heidenheim nach Osnabrück gekommen.
Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart feierte der VfL am vergangenen Wochenende beim 1:0 in Bochum seinen ersten Saisonsieg. Schweinsteiger erwartet trotzdem ein insgesamt einseitiges Spiel. Osnabrück könne zwar Umschaltmomente und Standardsituationen nutzen, am Ende rechnet er jedoch mit einem relativ souveränen Weiterkommen des FC Bayern.