Heute: September 8, 2026

Nach deutschen Maßnahmen: Medwedew stellt Angriff auf Rüstungsbetriebe in Aussicht

Nach deutschen Strafmaßnahmen gegen Russland hat der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew Deutschland mit einem möglichen „direkten Schlag“ gedroht. Er stellte Angriffe auf deutsche Produktionsstätten für militärische Ausrüstung in Aussicht, die für die Ukraine bestimmt seien. Zudem schrieb er, es sei „durchaus wahrscheinlich“, dass auch „andere Orte in Berlin betroffen sein könnten“.

Auslöser der Spannungen ist ein Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle. Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne verantwortlich und hat Maßnahmen gegen Moskau angekündigt.

Der russische Präsident Wladimir Putin wies die Vorwürfe zurück. Bei einer Pressekonferenz in Bischkek bezeichnete er die deutschen Maßnahmen als „schweren Fehler“ und fragte: „Wo sind die Beweise?“ Die bislang vorgelegten Belege nannte Putin „gefälscht“. Außerdem warf er der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz vor, aus innenpolitischen Gründen gegen Russland vorzugehen.

Medwedew bezeichnete Deutschlands politischen Kurs in einem Telegram-Beitrag als „neonazistisch“ und „ausgesprochen russophobisch“. Den Vorfall in Leipzig stellte er als inszenierte Aktion dar. Westliche Staats- und Regierungschefs beschimpfte er als „Sponsoren“ von Terror. Seine Äußerungen verband er zudem mit einer indirekten Drohung gegen Politiker, die häufig mit dem Zug nach Kiew reisten.

Russland kündigte zugleich eine Reaktion auf die deutschen Maßnahmen an. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Gruschko sprach im Zusammenhang mit der Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn von einer „sehr schnellen“ Antwort. Russland werde „auf die Weise reagieren, die es für richtig hält“.

Das russische Außenministerium stellte eine „spiegelbildliche“ Reaktion in Aussicht. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärte, Moskau werde ähnlich auf die deutschen Schritte reagieren wie auf frühere russische Sicht „einseitige und ungerechte“ Sanktionen. Welche konkreten Gegenmaßnahmen geplant sind, blieb zunächst offen.

Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, wies jede Verantwortung Moskaus zurück und bezeichnete die deutschen Anschuldigungen als „absurd“. Bereits zuvor hatte er erklärt, beim Fund der Drohne in Leipzig bestehe „kein Zweifel daran“, dass es sich um eine weitere Provokation handle. Diese sei aus seiner Sicht im Interesse der Ukraine, europäischer Politiker und der Rüstungsindustrie inszeniert worden.

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