Die Bundesregierung will als Reaktion auf den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle den Vertrag für das Russische Haus in Berlin kündigen. Die Linke kritisiert diesen Schritt und warnt vor möglichen Folgen für den Kulturaustausch mit Russland.
Die Sprecherin der Linken für auswärtige Kulturpolitik, Kaminski, verwies auf die Gefahr, dass Moskau im Gegenzug das Goethe-Institut in Russland schließen könnte. Damit würde ein wichtiger Kanal für den Austausch verloren gehen. Auch für die weitere Zusammenarbeit im Kulturbereich sei die geplante Maßnahme nicht der richtige Weg, erklärte Kaminski dem Deutschlandfunk.
Das Goethe-Institut teilte dem Deutschlandfunk mit, es stehe in engem Austausch mit dem Auswärtigen Amt. Nun müssten zunächst die Situation und die möglichen Auswirkungen auf die Arbeit in Russland geprüft werden.
Auch die Grünen-Kulturpolitikerin Tesfaiesus äußerte sich kritisch zu den möglichen Folgen. Sollte der Kulturaustausch nicht fortgesetzt werden können, wäre dies aus ihrer Sicht ein großer Verlust für Russland und Deutschland.
Das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur befindet sich an der Friedrichstraße in Berlin. Der siebenstöckige Betonbau besteht dort seit 1984. Zu dieser Zeit galt er als größtes sowjetisches Auslandskulturinstitut.
Betreiber des Hauses ist Rossotrudnitschestwo, eine staatliche Agentur für kulturelle Zusammenarbeit. Sie untersteht dem Außenministerium in Moskau. Das Institut ist seit Jahren umstritten.
In dem Gebäude gibt es unter anderem Ausstellungsräume, einen Konzertsaal, ein Kino, einen Buchladen und eine Filiale der russischen Post. Zum Programm gehören Gedenkveranstaltungen zum Weltkrieg, Filmvorführungen sowie Kurse für Russisch, Ballett und Zeichnen.
In einer Einschätzung des französischen Innenministeriums hieß es zuletzt, das Russische Haus werde von russischen Geheimdiensten zur Tarnung genutzt. Ähnliche Vorwürfe waren bereits zuvor erhoben worden.
Die Angaben stammen aus einem am 2. September 2026 ausgestrahlten Beitrag des Deutschlandfunks.