Ein Bootsfahrer hat im Williston Lake in der kanadischen Provinz British Columbia eine bislang unbekannte, bewaldete Insel entdeckt. Wenig später war die Landmasse an der ursprünglichen Stelle verschwunden. Satellitenaufnahmen zeigen nun, dass sie rund 32 Kilometer entfernt wieder aufgetaucht ist.
Rocky Avery war am 13. August mit seinem Boot auf dem Stausee unterwegs, als er die dicht bewachsene Insel bemerkte. Auf einem von ihm aufgenommenen Video sind zahlreiche Nadelbäume zu sehen. Der kanadische Sender CBC verbreitete die Aufnahme, die inzwischen vielfach angesehen wurde.
Die Entdeckung sorgte zunächst für Zweifel. Beobachter vermuteten, die Insel könne künstlich erzeugt worden sein. Auch der Betreiber des Stausees konnte sie bei einer Überprüfung an der zuerst genannten Stelle nicht finden.
Erst Satellitenbilder brachten Klarheit. Die Insel existiert tatsächlich, befindet sich aber inzwischen etwa 32 Kilometer nordwestlich von ihrem ursprünglichen Fundort. Ein Sprecher des Stauseebetreibers bestätigte gegenüber der „New York Times“: „Wir haben sie gefunden!“
Fachleute führen die ungewöhnliche Bewegung auf einen schwimmenden Bodenkomplex zurück. Über viele Jahre könnten sich am Ufer Baumstämme und Holzreste angesammelt haben. Nachdem sich das Material zersetzt hatte, konnte auf dem nährstoffreichen Untergrund neue Vegetation wachsen. Dadurch entstand vermutlich eine bewaldete Fläche, die zunächst noch mit dem Festland verbunden war.
Der Wasserstand des Williston Lake war in diesem Jahr so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr. Nach Einschätzung der Experten könnte der Anstieg dazu geführt haben, dass sich der bewachsene Boden vom Ufer löste und über den See trieb.
Wie lange die Insel bestehen bleibt, ist unklar. Sie könnte sinken oder möglicherweise wieder an Land gelangen. Der Beitrag basiert auf Material der „Süddeutschen Zeitung“ sowie auf den darin genannten Berichten von CBC News und der „New York Times“.