Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei seinem ersten Wahlkampfauftritt in Sachsen-Anhalt vor den politischen und wirtschaftlichen Folgen einer möglichen AfD-Regierung gewarnt. Bei einem gemeinsamen Termin mit dem CDU-Ministerpräsidenten Schulze in Quedlinburg sagte der CDU-Vorsitzende, Sachsen-Anhalt dürfe kein „Experimentierfeld für Wutbürger“ werden.
Merz warnte erneut davor, dass das Bundesland nach der Wahl möglicherweise nicht mehr regierbar sein könnte oder die AfD dort eine absolute Mehrheit erreichen könnte. In diesem Fall würden Investoren nach Einschätzung des Kanzlers genauer prüfen, ob sie noch in Sachsen-Anhalt investieren. Sie würden es sich dann „dreimal überlegen“, sagte Merz.
Vor seinem Auftritt in Quedlinburg hatte der Bundeskanzler das Ostseebad Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Dort wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. Gemeinsam mit dem CDU-Spitzenkandidaten Peters ging Merz über die Strandpromenade.
Dabei wurde der Kanzler von einigen Passanten ausgepfiffen. Einzelne Menschen beschimpften ihn als „Kriegstreiber“ und „Pinocchio“. Aus dem Publikum kam zugleich Widerspruch. Einige Anwesende appellierten an den Anstand der lautstarken Kritiker.
Ein im Anschluss geplanter Pressetermin mit Merz wurde ohne Begründung abgesagt. Die Wahlkampfauftritte in Ostdeutschland gehören zu seinem späten Einstieg in den Wahlkampf.
Die Nachricht wurde am 1. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks gesendet.