Alexander Zverev ist die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste. Trotzdem genießt der 29-Jährige bei deutschen Fans offenbar nicht dieselbe Sympathie wie andere deutsche Tennisgrößen. Boris Becker hat im Interview mit dem „Spiegel“ mögliche Gründe dafür genannt.
Zverev blickt auf ein herausragendes Jahr mit zwei Grand-Slam-Siegen zurück. Er gewann die French Open und die US Open. Damit steht der in Hamburg geborene Tennisspieler an der Spitze der Weltrangliste. Er ist der erste Deutsche seit Boris Becker im Jahr 1991, dem dies gelang.
Becker betonte, dass er die Gründe für die fehlende Fanliebe nur vermuten könne. Aus seiner Sicht könnten jedoch mehrere Faktoren eine Rolle spielen.
Als einen möglichen Punkt nannte die Tennislegende Zverevs Umgang mit dem Krieg in der Ukraine. Zverevs Eltern stammen aus Russland, außerdem spricht der Tennisprofi auf dem Platz Russisch mit seinem Team. Politisch äußere er sich überhaupt nicht zu dem Krieg, sagte Becker. Er persönlich könne diese Haltung zwar verstehen, sie komme bei vielen Menschen aber möglicherweise nicht gut an.
Zverev hatte kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs erklärt, dass Frieden auf der Welt das Wichtigste sei. Unabhängig von der Herkunft sollten alle Menschen in Frieden zusammenleben, sagte er damals.
Auch Zverevs auffällige Goldketten erwähnte Becker als möglichen Grund für die Skepsis mancher Fans. Der Tennisprofi trägt nach Angaben des früheren Wimbledon-Siegers seit Jahren drei Goldketten als Glücksbringer. Während des Spiels zupfe Zverev zudem immer wieder an seinem Hemd, weil die Ketten ihn störten. Das sehe nicht besonders gut aus, räumte Becker ein, sei letztlich aber Zverevs eigene Sache.
Darüber hinaus kritisierte Becker den Auftritt des Weltranglistenersten in Interviews. Auf Englisch wirke Zverev aus seiner Sicht deutlich sympathischer, charmant und selbstironisch. In deutschen Gesprächen sei er dagegen häufig schroff und abgehackt und trete Journalisten gegenüber nicht immer freundlich auf.
Becker stellte deshalb die Frage, ob Zverev sich mit diesem Verhalten selbst schade. Deutschland sei sein stärkster Markt. Welche Rolle seine Berater dabei spielten und ob er sich von ihnen etwas sagen lasse, könne er jedoch nur vermuten.

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