Stillgelegte russische Megayachten verursachen in Europa hohe Kosten. Für die Segeljacht »A« im Hafen von Triest fallen nach Angaben aus Italien bis zu 30.000 Euro pro Tag an. Die 143 Meter lange Jacht wurde 2022 im Zuge der Sanktionen gegen Russland festgesetzt.
Die »A« gehört dem russischen Oligarchen Andrej Melnitschenko. Das von Philippe Starck entworfene Schiff gilt als größte Segeljacht der Welt. Gebaut wurde es von der Rendsburger Werft Nobiskrug in Zusammenarbeit mit German Naval Yards in Kiel.
Obwohl die Jacht vor Anker liegt, wird sie von einer etwa 20-köpfigen Crew instand gehalten. Zusätzlich entstehen Kosten für Liege- und Hafengebühren, Wartung, Versicherungen sowie Treibstoff für die Generatoren. Lokalzeitungen bezifferten die täglichen Ausgaben auf 20.000 bis 30.000 Euro. Seit der Festsetzung sollen dadurch insgesamt weit mehr als 40 Millionen Euro angefallen sein.
Der italienische Staat streckt die Kosten über die Agentur für Staatsvermögen vor. Nach geltendem Recht sollen sie dem Eigentümer in Rechnung gestellt werden, falls die Sanktionen aufgehoben werden und dieser die Jacht zurückerhält. Der Bürgermeister von Triest, Roberto Dipiazza, hält das für unwahrscheinlich und warnte vor weiteren jahrelangen Ausgaben.
Melnitschenko und die Betreibergesellschaften gehen seit 2022 juristisch gegen die EU-Sanktionen und die Beschlagnahmung vor. Die Jacht wird offiziell von einer Firma auf den Bermudas gehalten, die von einem Trust kontrolliert wird. Die Anwälte des Oligarchen argumentierten, Melnitschenko sei wegen dieser Struktur nicht mehr der rechtmäßige Eigentümer.
Der Europäische Gerichtshof folgte dieser Argumentation nicht und entschied, dass die italienischen Behörden die Jacht einfrieren durften. Das Hauptverfahren wird nun vor einem italienischen Verwaltungsgericht fortgesetzt. Bis zu einer Entscheidung bleibt die »A« in Triest und verursacht weitere Kosten.
Auch die 156 Meter lange Megajacht »Dilbar« sorgt in Deutschland für hohe Unterhaltsaufwendungen. Das Schiff, das dem aus Usbekistan stammenden Oligarchen Alischer Usmanow zugerechnet wird, liegt bei der Lürssen-Werft in einem Schwimmdock nahe Bremen. Die Kosten werden auf rund 50.000 Euro pro Tag geschätzt.
Bisher musste die Werft für die Wartung und Lagerung aufkommen. Im Juni 2026 entschied das Verwaltungsgericht Frankfurt, die Behörden hätten nicht nachweisen können, dass Usmanow oder seine sanktionierte Schwester den Eigentümer-Trust kontrollierten. Die Jacht sei daher im Sinne der EU-Sanktionen nicht länger als eingefrorene wirtschaftliche Ressource zu behandeln.
Die Lürssen-Werft kann die aufgelaufenen Kosten nun offiziell dem Trust beziehungsweise den Eigentümern in Rechnung stellen oder möglicherweise staatliche Entschädigungen verlangen. Eine Freigabe der »Dilbar« verzögert sich jedoch wegen weiterer rechtlicher Auseinandersetzungen und fortbestehender US-Sanktionen.

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