Schneidebrett, Geschirrtuch und Schwamm: Wo sich im Haushalt die meisten Keime sammeln

Die Küche kann im Haushalt deutlich stärker mit Keimen belastet sein als die Toilette. Besonders Schneidebretter, Geschirrtücher und Schwämme gelten als problematisch, weil sich auf ihnen laut den im Beitrag genannten Studienangaben wesentlich mehr Bakterien finden können als auf einem Toilettensitz.

Elke Messerschmidt vom Kompetenzzentrum Hauswirtschaft verweist dabei auf Zahlen einer Studie der University of Arizona. Demnach wurden auf einem Toilettensitz rund 50 Bakterienstämme pro Quadratzentimeter festgestellt. Auf einem Schneidebrett können es 200-mal mehr Keime sein. Bei einem Geschirrtuch liegt der Wert den Angaben zufolge 20.000-mal höher, bei einem Schwamm sogar 200.000-mal höher.

Der Schwamm sollte nach Expertenmeinung deshalb täglich ausgetauscht werden. Auch Geschirrtücher und Schneidebretter gehören zu den Gegenständen, die in der Küche besondere Aufmerksamkeit bei der Reinigung benötigen.

Als weiterer Keimherd wird der Kühlschrank genannt. Zwar erschweren niedrige Temperaturen bei vielen Bakterien die Vermehrung. Trotzdem können sich dort bis zu 11 Millionen Keime pro Quadratzentimeter befinden. Essensreste und Feuchtigkeit im Innenraum begünstigen die Belastung. Außerdem können sich einige Bakterien an die niedrigen Temperaturen gewöhnen.

Auch der Bio-Abfalleimer bietet Mikroorganismen günstige Bedingungen. Obstschalen, Speisereste und andere organische Abfälle treffen dort auf Wärme, Feuchtigkeit und eine geringe Luftzirkulation. Dadurch können sich den Angaben zufolge bis zu 5 Millionen Keimsporen ansammeln.

Empfohlen wird, die Müllbeutel regelmäßig zu wechseln und den Behälter nach dem Leeren gründlich mit heißem Wasser zu reinigen und zu desinfizieren. Das gilt zusätzlich zu den üblichen Reinigungsmaßnahmen in der Küche.

Grund zur Sorge besteht laut dem Mikrobiologen und Hygiene-Experten Prof. Dr. Dr. Andreas Podbielski dennoch nicht in jedem Fall. Die meisten Keime in der eigenen Wohnung stammen demnach von den Bewohnern selbst. Für gesunde Menschen seien sie in der Regel kein Problem.

In Mitteleuropa reiche meist ein regelmäßiges und vernünftiges Maß an Reinigung aus, so Podbielski. Zusätzliche Maßnahmen könnten sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Risiko besteht, etwa wenn kranke Personen im Haushalt leben.


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