UN-Biodiversitätskonferenz in Armenien erzielt Einigung mit abgeschwächten Zielen

Bei der UN-Biodiversitätskonferenz in Armenien haben sich die rund 200 Vertragsstaaten nach zähen Verhandlungen auf Abschlussdokumente geeinigt. Die Beschlüsse sollen den Schutz der Artenvielfalt voranbringen, gelten von Umweltorganisationen und Wissenschaftlern jedoch als wenig ambitioniert.

Die Beratungen dauerten bis in die Nacht. Im Verlauf der Verhandlungen wurden Formulierungen abgeschwächt und mehrere Passagen aus den Dokumenten gestrichen.

Zu den umstrittenen Themen gehörten unter anderem Bezüge zu Menschenrechten, klimaschädlichen Subventionen und dem UN-Hochseeschutzabkommen. Russland blockierte nach Angaben des Berichts zahlreiche Punkte. Bis zuletzt wurde außerdem über die Mitspracherechte indigener Bevölkerungsgruppen beraten.

Beschlossen wurde auch ein Papier, das Strategien für eine schnellere Umsetzung der Artenschutzziele bis 2030 festlegt. Die Vereinbarung soll damit dazu beitragen, die auf den Konferenzen beschlossenen Ziele gegen das Artensterben und den Verlust natürlicher Lebensräume voranzubringen.

Einige Umweltorganisationen zeigten sich erleichtert, dass überhaupt eine Einigung zustande kam. Catherine Weller von Fauna & Flora bewertete das Ergebnis als nicht besonders aufregend oder detailliert. Kirsty Leong von WWF International sprach von einem Beschluss mit Stärken und Schwächen, der insgesamt positiv zu bewerten sei.

Deutschland hatte sich während der Konferenz dafür eingesetzt, dass mehr Staaten Naturschutzmaßnahmen in ärmeren Ländern finanzieren. Dabei ging es auch um Staaten, die in den vergangenen Jahrzehnten wohlhabender geworden sind, etwa die Golfstaaten. Der Abschlusstext sieht jedoch lediglich freiwillige Beiträge vor.

Die UN-Biodiversitätskonferenz findet alle zwei Jahre statt. Das nächste Treffen wird 2028 in Ecuador ausgerichtet. Das südamerikanische Land setzte sich in einer geheimen Abstimmung knapp gegen Panama durch. Ecuador erhielt 55 Stimmen, Panama 53.

Das Gastgeberland organisiert die Konferenz und leitet die Verhandlungen. Die Treffen zum UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt sind unabhängig von den jährlich stattfindenden UN-Klimakonferenzen.


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