Sieben reale Fälle zeigen die gefährlichen Folgen von Softwarefehlern

Softwarefehler haben in der Vergangenheit Websites vom Netz genommen, den Bahnverkehr lahmgelegt und Millionen Computer unbrauchbar gemacht. Sie führten außerdem zu Flugzeugabstürzen, schweren medizinischen Unfällen und hohen finanziellen Verlusten.

Ein Beispiel ereignete sich, als das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor einer Sicherheitslücke in PHP warnte. Die Programmiersprache wird von zahlreichen Websites genutzt. Angreifer hätten veröffentlichte Sicherheitsupdates innerhalb weniger Stunden analysieren und daraus Angriffswerkzeuge entwickeln können.

Daraufhin gingen zahlreiche Websites und Onlinedienste vorsorglich offline. In Deutschland waren unter anderem die Internetauftritte des Robert Koch-Instituts, der Charité und der Bundespolizei betroffen. In den Niederlanden wurde mit DigiD sogar das zentrale Online-Log-in-System der Regierung abgeschaltet. Auch in weiteren europäischen Ländern und in Japan waren Angebote vorübergehend nicht erreichbar. Inzwischen standen Sicherheitsupdates bereit, sodass die meisten Websites wieder online waren.

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 2026 fiel außerdem der digitale Bahn-Funk in Deutschland aus. Gegen 22.30 Uhr brach die Kommunikation über GSM-R zwischen Lokführern und Leitstellen bundesweit ab. S-Bahnen, Regional- und Fernzüge mussten anhalten. Nach Angaben der Deutschen Bahn war bei planmäßigen Wartungsarbeiten ein Softwarefehler aufgetreten, der nicht automatisch gemeldet wurde. Ein sicherer Schienenverkehr war dadurch nicht möglich.

Am 19. Juli 2024 legte ein fehlerhaftes Software-Update des US-Cybersicherheitsunternehmens CrowdStrike weltweit Millionen Windows-Computer lahm. Unternehmen verloren den Zugriff auf ihre IT-Systeme, Fluggesellschaften strichen Flüge und Krankenhäuser meldeten Störungen. Das BSI berichtete von erheblichen finanziellen Verlusten. Cyberkriminelle nutzten die Verunsicherung zudem für Phishing und andere Betrugsversuche.

Auch in der Luftfahrt hatten fehlerhafte Daten tödliche Folgen. Am 29. Oktober 2018 stürzte eine Boeing 737 MAX 8 der Lion Air in Indonesien ab. Alle 189 Menschen an Bord starben. Am 10. März 2019 verunglückte eine Maschine desselben Typs von Ethiopian Airlines. Auch bei diesem Absturz kamen alle Passagiere und Mitglieder der Kabinencrew ums Leben.

In beiden Fällen spielte das automatische Flugsteuerungssystem MCAS eine zentrale Rolle. Es reagierte auf falsche Sensordaten und drückte die Flugzeugnase wiederholt nach unten. Nach dem zweiten Absturz wurde die Boeing 737 MAX mit einem Flugverbot belegt. Im November 2020 erlaubte die US-Luftfahrtbehörde FAA den Betrieb in den USA unter Auflagen wieder.

Zwischen 1985 und 1987 kam es zudem mit dem computergesteuerten Strahlentherapiegerät Therac-25 zu schweren Unfällen. Bei besonders schnellen Eingaben konnte das Betriebssystem mit Änderungen nicht Schritt halten. Mindestens sechs Patienten erhielten dadurch unbemerkt eine bis zu 100-mal höhere Strahlendosis als vorgesehen. Sie wurden schwer verletzt, einige starben. Eine spätere Untersuchung verwies außerdem auf unzureichende Sicherheitsprüfungen.

Ein Fehler in der Handelssoftware des US-Finanzunternehmens Knight Capital verursachte am 1. August 2012 massenhaft unbeabsichtigte Börsenaufträge. Innerhalb von 45 Minuten verlor das Unternehmen rund 440 Millionen US-Dollar. Die US-Börsenaufsicht SEC stellte später Fehler bei der Installation fest. Auch unzureichende Sicherheitskontrollen sollen eine Rolle gespielt haben.

Für Verunsicherung sorgte schließlich ein Vorfall bei Facebook. Am 24. September 2012 glaubten zahlreiche Nutzer, alte private Nachrichten aus den Jahren 2007 bis 2009 seien plötzlich öffentlich auf ihren Profilen sichtbar. Facebook widersprach und erklärte, es habe sich um alte Pinnwandeinträge gehandelt. Das Technikportal TechCrunch bestätigte diese Darstellung. Durch die Einführung der Chronik waren ältere öffentliche Beiträge wieder stärker sichtbar geworden.


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