Esteban Ocon fährt nicht mehr für das Formel-1-Team Haas. Der Rennstall nahm den Franzosen am Samstagmorgen aus dem Cockpit und ersetzte ihn durch den japanischen Ersatzfahrer Rayo Hirakawa. Gründe nannte Haas zunächst nicht. Das Team stellte lediglich klar, dass keine gesundheitlichen Probleme vorliegen.
Nach Informationen der „Bild“ soll ein Gespräch zwischen Ocon und Haas-Teamchef Ayao Komatsu am frühen Samstagmorgen eskaliert sein. Hintergrund war demnach ein Streit über eine Teamorder im zweiten Training am Freitag.
Ocon soll sich während der Session einer Anweisung seiner deutschen Renningenieurin Laura Müller widersetzt haben. Sie habe ihn in die Box rufen und auf Medium-Reifen wechseln lassen wollen. Ocon habe dagegen am Funk erklärt, auf den Soft-Reifen bleiben zu wollen.
Bei einem Team-Meeting am Freitagabend soll es anschließend laut geworden sein. Nach Informationen der „Bild“ wollte sich Ocon dafür entschuldigen und suchte am Samstag das Gespräch mit Komatsu in dessen Büro.
Komatsu soll jedoch kein Interesse an einer Aussprache gezeigt haben. Ocon habe daraufhin erklärt, er werde nicht gehen, bevor er mit dem Teamchef gesprochen habe. Als Komatsu das Büro verlassen wollte, soll Ocon ihn an der Schulter festgehalten haben.
Der Vorfall könnte für Ocon weitere Konsequenzen haben. Sein Vertrag bei Haas läuft am Saisonende ohnehin aus. Nun soll Anfang der kommenden Woche über eine sofortige Aufhebung des Vertrags verhandelt werden.
Komatsu äußerte sich während der Übertragung des dritten Trainings zurückhaltend zu dem Fall. Er erklärte, er könne nicht ins Detail gehen, bestätigte aber, dass Ocon nicht krank sei.
Ocon hat Mexiko inzwischen verlassen und befindet sich auf dem Weg nach Europa. Beim nächsten Rennen in Brasilien soll Rafael Camara für Haas antreten. Der Brasilianer soll in der kommenden Saison ohnehin offiziell Ocons Cockpit übernehmen.

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