Ein fast 50 Jahre altes Bierfass ist in Südtirol aus einer Gletscherspalte geborgen worden. Anschließend probierte der Getränkehändler Lukas Harpf den Inhalt – und befand das Bier für einwandfrei.
Das Fass war bei einem Hubschrauberflug über den südtiroler Teil der Zillertaler Alpen aus einem Transportnetz gefallen. Danach verschwand es in einer Gletscherspalte. Der Bergläufer Daniel Oberlechner kannte die Geschichte von einem Hüttenwirt und hielt bei seinen Touren immer wieder nach dem Fass Ausschau.
Erst in diesem Sommer wurde der Fund durch Zufall wieder sichtbar. Ein heftiges Gewitter und der Gletscherschwund legten das Fass auf rund 3000 Metern Höhe unterhalb der Schwarzensteinhütte frei.
Oberlechner brachte das 40 Kilogramm schwere Fass mit einer Kistenkarre über Gletscher und Geröll. Anschließend transportierte er es mit der Seilbahn ins Tal. Italienische Medien bezeichneten die Bergung als kräftezehrend.
Im Tal ließ Oberlechner seinen Chef Lukas Harpf das Bier kosten. Der Getränkehändler und „Master of Beer“ probierte es in größerer Runde mit Kollegen und Freunden.
Sein Urteil fiel positiv aus: Geschmack, Bernsteinfarbe und Kohlensäuregehalt seien noch in Ordnung gewesen. Auf dem Fass ist das Herstellungsjahr 1978 eingraviert. Das genaue Braudatum ist jedoch nicht bekannt.
Fassbier ist normalerweise nur Wochen bis einige Monate haltbar. In diesem Fall lag das Bier dagegen jahrzehntelang im Eis. Harpf vermutet, dass der Inhalt nie vollständig durchgefroren war und deshalb so gut erhalten blieb.
In der Heimat von Oberlechner verbreitete sich die Geschichte anschließend schnell. Der Bergläufer wurde für die Bergung des ungewöhnlichen Fundes als Held gefeiert.

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