Im Remscheider Waffenprozess ist der Hauptangeklagte zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Bei dem inzwischen 60 Jahre alten Mann waren rund 300 scharfe Waffen und 100.000 Schuss Munition sichergestellt worden.
Die Waffen und die Munition lagerten in mehreren geheimen Räumen im Keller eines Mehrfamilienhauses beziehungsweise einer Kfz-Werkstatt in einem Wohngebiet neben einer Schule. Die Ermittler entdeckten insgesamt vier Verstecke mit Waffen und Sprengstoff.
Zu den Funden gehörten unter anderem Maschinengewehre, Pistolen, Präzisionsgewehre, Handgranaten und Panzerabwehrwaffen. 87 der beschlagnahmten Waffen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft sofort funktionsfähig. Eine Handgranate musste durch Experten des Kampfmittelräumdienstes vor Ort gesprengt werden, weil ihr Transport zu gefährlich gewesen wäre.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten gefordert. Sie verwies auf die Vielzahl der Delikte und die abstrakte Gefahr durch die Waffen. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, in acht Fällen gegen das Kriegswaffen- und das Waffenkontrollgesetz verstoßen zu haben. Dabei ging es unter anderem um den Besitz und den Handel mit Schusswaffen und Munition.
Die Verteidigung hatte sechs Jahre Haft beantragt. Sie argumentierte, ihr Mandant sei durch die Presse vorverurteilt worden. Hinweise auf eine Mitgliedschaft in einer Bande oder auf Verbindungen zur organisierten Kriminalität hätten sich aus ihrer Sicht nicht bestätigt. Außerdem sollten seine Aussagen und sein Geständnis strafmildernd berücksichtigt werden.
Der Fall war durch internationale Ermittlungen wegen des Verdachts auf illegalen Waffenhandel ins Rollen gekommen. Beteiligt waren unter anderem die Bundespolizei, das Landeskriminalamt, das Bundeskriminalamt und Europol. Nach drei Festnahmen wurden die Waffenverstecke in Remscheid entdeckt. Mehr als 200 Einsatzkräfte waren wochenlang mit der Durchsuchung beschäftigt.
Im Prozess saßen neben dem Hauptangeklagten zwei jüngere Männer auf der Anklagebank. Sie wurden bereits zu zweieinhalb beziehungsweise dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach den bisherigen Feststellungen soll der 60-Jährige Waffen besorgt haben, während die beiden anderen Männer beim Weiterverkauf halfen.
Der Hauptangeklagte hatte zunächst erklärt, er sei lediglich ein ambitionierter Sammler und habe nie mit scharfen Waffen gehandelt. Später gestand er im Rahmen einer Verständigung den Ankauf von 70 Maschinenpistolen. Vereinbart worden war ein Strafmaß zwischen sechs und sieben Jahren Haft.

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