Christa Pike hat sich erstmals nach ihrer gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee öffentlich geäußert. In einem von ihren Anwälten veröffentlichten Statement beschreibt die 50-Jährige starke und anhaltende Schmerzen.
Pike schreibt, sie sei nach der geplanten Hinrichtung allein, verwirrt und voller Schmerzen aufgewacht. Seitdem habe es keinen Moment ohne Schmerzen gegeben. Ihr Körper, ihre Arme, Hände und Kehle täten weh. Außerdem habe sie weiterhin Schwierigkeiten zu sprechen.
Nach ihren Angaben empfinde sie nicht nur körperliche Beschwerden. Auch in ihrem Geist und ihrer Seele verspüre sie Schmerz. Sie sei zutiefst verletzt von der Inkompetenz, die viele Menschen in diese schreckliche Situation gebracht habe.
Pike berichtet außerdem, dass sie weiterhin an ihre Familie denke und daran, was diese durchgemacht haben müsse. Sie erhole sich und werde stärker. Heilung bedeute jedoch nicht, dass es ihr gut gehe, heißt es in ihrer Erklärung.
Seit ihrem Erwachen sei sie weitgehend isoliert in der medizinischen Abteilung des Gefängnisses untergebracht. Diese Isolation verursache eine eigene Form von Schmerz. Zugleich fühle sie sich davon berührt, dass Menschen auf der ganzen Welt ihr Schicksal verfolgten. Halt gebe ihr die Liebe und Güte zahlreicher Menschen, die sie daran erinnerten, nicht allein zu sein.
Pike hatte Anfang Oktober in Nashville zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt. Anschließend wurde sie in eine Klinik gebracht und künstlich beatmet. Kurz bevor sie wegen mutmaßlichen Hirntods von den lebenserhaltenden Geräten getrennt werden sollte, wachte sie wieder auf.
Inzwischen befindet sich Pike wieder in dem Gefängnis, in dem sie seit rund drei Jahrzehnten inhaftiert ist. Sie war 1995 wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden.
Pikes Anwälte erklärten, sie habe die Tat im Alter von 18 Jahren begangen und als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen gelitten.

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