Werkstattpreise für Autos steigen seit 2017 deutlich stärker als die Inflation

Autoreparaturen in Werkstätten sind deutlich teurer geworden. Nach einer Auswertung des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) stiegen die Stundensätze in den Jahren von 2017 bis 2025 um 62 Prozent. Die allgemeinen Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um 26 Prozent zu.

Allein im Jahr 2025 erhöhten sich die Stundensätze der Kfz-Werkstätten dem GDV zufolge durchschnittlich um 7,5 Prozent. Damit stiegen sie mehr als dreimal so stark wie die allgemeinen Verbraucherpreise.

Die Entwicklung wirkt sich auch auf die Kosten der Versicherer aus. Ein durchschnittlicher Pkw-Sachschaden kostet nach Angaben des GDV inzwischen rund 4600 Euro. Das sind etwa 70 Prozent mehr als im Jahr 2017.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen erklärte, die stark gestiegenen Preise für Werkstattarbeiten und Ersatzteile ließen die Schadenaufwendungen weiter steigen. Sie nähmen deutlich schneller zu als die Beitragseinnahmen.

Auch die Preise für Ersatzteile treiben die Kosten nach oben. Im vergangenen Jahr verteuerten sie sich im Durchschnitt um 5,6 Prozent. Seit 2016 beträgt der Anstieg laut GDV mehr als 80 Prozent. Die Preise einzelner Teile wie hinterer Seitenwände, Vordertüren oder Kofferraumklappen hätten sich in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt.

Für die hohen Ersatzteilpreise machen die Versicherer unter anderem den sogenannten Designschutz der Autohersteller verantwortlich. Wer ein entsprechendes Teil benötige, müsse es dadurch häufig direkt beim Hersteller kaufen. Das schränke den Wettbewerb weitgehend ein. Eine Reform des Designrechts zur Umsetzung einer EU-Richtlinie in nationales Recht sei geplant.

Die gestiegenen Reparatur- und Ersatzteilkosten hatten in den vergangenen Jahren auch höhere Beiträge für Kfz-Versicherungen zur Folge. Seit 2022 zogen die Versicherungstarife deutlich an. In den vergangenen drei Jahren hielten sie laut den Angaben mit dem Anstieg der Werkstatt- und Ersatzteilpreise Schritt.

Nach Einschätzung des Vergleichsportals Verivox ist die Phase massiver und flächendeckender Beitragserhöhungen bei den Versicherungen jedoch vorüber. Der Wettbewerb zwischen günstigeren und teureren Anbietern habe wieder zugenommen.

Im laufenden Jahr liegen die Tarife der Kfz-Versicherer demnach im Mittel zwei Prozent über dem Vorjahresniveau. Kfz-Haftpflichtversicherungen verteuerten sich durchschnittlich um drei Prozent, Vollkaskotarife um zwei Prozent. Die Preise für Teilkaskoangebote stagnierten.

Verivox führte den moderateren Anstieg unter anderem auf ein schadensarmes Vorjahr mit wenigen Unwettern und Naturkatastrophen zurück. Von einer dauerhaften Preiswende könne aber noch keine Rede sein, sagte Verivox-Geschäftsführer Aljoscha Ziller. Ersatzteile und Reparaturen würden sich weiter verteuern und blieben Kostentreiber.

Viele Autobesitzer wechseln im Herbst ihre Kfz-Versicherung. Verträge, die zum Jahresende auslaufen, können üblicherweise mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden. Als Stichtag gilt damit der 30. November.


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