Studie sieht Zusammenhang zwischen mehr Schritten und besserer geistiger Leistung

Menschen, die im Alltag mehr Schritte gehen, schneiden bei bestimmten Tests zu Aufmerksamkeit und geistiger Leistungsfähigkeit besser ab. Das zeigt eine Studie mit rund 3.100 Erwachsenen. Ob die zusätzliche Bewegung tatsächlich die Ursache für die besseren Ergebnisse ist, bleibt jedoch offen.

Ein Team um den Psychiater und Wissenschaftler Olaoluwa O. Okusaga vom Baylor College in Houston wertete Daten von Menschen im Alter zwischen 18 und 93 Jahren aus. Ihre täglichen Schritte wurden über einen Zeitraum von bis zu 14 Jahren mit Schrittzählern erfasst.

Am Ende untersuchten die Forscher die geistige Leistungsfähigkeit der Teilnehmer mit verschiedenen Tests. Dabei ging es unter anderem darum, wie gut sie denken, sich konzentrieren und Informationen verarbeiten konnten.

Für einen Vergleich wurden drei Gruppen betrachtet. Sie gingen im Durchschnitt etwa 5.100, 8.900 oder 14.200 Schritte pro Tag. Die beiden aktiveren Gruppen erzielten bei verschiedenen Tests bessere Ergebnisse als die Gruppe mit der geringsten Schrittzahl.

Bereits die Teilnehmer mit durchschnittlich rund 8.900 Schritten schnitten bei Aufgaben zu Aufmerksamkeit und Logik deutlich besser ab als die Menschen mit etwa 5.100 Schritten. Die Ergebnisse bedeuten jedoch nicht, dass 8.900 Schritte einen wissenschaftlich belegten Schwellenwert darstellen. Sie zeigen lediglich einen Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Schrittzahl und den Testergebnissen.

Auch der Blutdruck spielte eine Rolle. Ein höherer oberer Blutdruckwert ging mit einer schlechteren Fähigkeit einher, in den Tests kluge Entscheidungen zu treffen. Nach den Angaben der Studie erklärte der Blutdruck allerdings nur einen sehr kleinen Teil des positiven Zusammenhangs zwischen Bewegung und geistiger Leistung.

Die Untersuchung hat mehrere Einschränkungen. Die geistige Leistungsfähigkeit wurde bei den Teilnehmern nur einmal am Ende des Beobachtungszeitraums geprüft. Deshalb lässt sich nicht sicher sagen, ob mehr Bewegung das Gehirn fit hält oder ob geistig fittere Menschen sich eher mehr bewegen.

Außerdem konnten weitere mögliche Einflussfaktoren wie Übergewicht, Rauchen oder psychische Erkrankungen nicht berücksichtigt werden. Die Studie belegt daher keinen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen einer höheren Schrittzahl und besserer geistiger Leistungsfähigkeit.


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