Eine ARD-Dokumentation beleuchtet die Belastung pflegender Angehöriger. Im Anschluss sprach Caren Miosga in einer TV-Sendung über ihre persönliche Verbindung zum Thema: Ihre Mutter wird nach ihren Angaben bald pflegebedürftig sein.
Miosgas 85-jährige Eltern leben in einem selbst erbauten Haus. Ihr Vater könne die Mutter künftig nicht versorgen, zugleich wolle sie keinesfalls in ein Pflegeheim. Gemeinsam mit ihren zwei Schwestern steht Miosga damit vor der Frage, wie die Betreuung organisiert werden kann.
Die Dokumentation trägt den Titel „Und wer fragt nach mir? Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung“. Miosga erklärte, die bevorstehende Pflegebedürftigkeit ihrer Mutter habe sie während der gesamten Arbeit an dem Film begleitet. Das Thema habe sie nicht nur zum Dreh motiviert, sondern ihr auch neue Erkenntnisse vermittelt.
Als zentrale Erfahrung beschrieb die Moderatorin die Überforderung vieler Angehöriger. Sie müssten plötzlich Aufgaben übernehmen, für die sie nicht ausgebildet und auf die sie nicht vorbereitet seien. Besonders schwierig könne die Pflege eines Ehepartners sein, wenn aus einer gleichberechtigten Beziehung ein starkes Abhängigkeitsverhältnis werde.
Viele Betroffene schämten sich nach Miosgas Darstellung für Wut und Aggressionen, die sich im Pflegealltag entwickeln könnten. Diese Belastungen spielten sich häufig hinter verschlossenen Türen ab und würden deshalb kaum wahrgenommen.
In der Sendung berichtete auch Yvonne Lisse über ihren Alltag mit ihrem demenzkranken Ehemann, einem früheren SEK-Polizisten. Sie kritisierte das geplante Pflegeneuordnungsgesetz und sagte, sie werde künftig möglicherweise keine Freizeit mehr haben. Sie könne ihren Mann nicht allein lassen, nicht zum Arzt gehen und auch abends keine Entspannungstermine wahrnehmen.
Lisse schilderte zudem soziale Isolation und die Belastungen der vergangenen zwei Jahre. Sie habe ihren Mann angeschrien und sich danach sehr dafür geschämt.
Der Virologe Hendrik Streeck, der nach eigenen Angaben einst seinen Vater pflegte, bewertete den Kabinettsentwurf ebenfalls kritisch. Er bezeichnete ihn als Spargesetz und sagte, die finanziellen Mittel reichten nicht aus, damit pflegende Angehörige Urlaub machen oder eine Auszeit nehmen könnten. Im parlamentarischen Verfahren seien dazu noch viele Diskussionen zu erwarten.

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