Nach der 0:2-Niederlage im Niedersachsen-Derby bei Eintracht Braunschweig haben Anhänger von Hannover 96 Feuerwerkskörper in Richtung anderer Tribünenteile und auf das Spielfeld geschossen. Die Feuerwehr musste kleinere Brände löschen.
Die Vorfälle ereigneten sich kurz vor dem Ende der Partie, nachdem Braunschweig das Tor zum 2:0-Endstand erzielt hatte. Schiedsrichter Tobias Reichel unterbrach das Spiel für zehn Minuten.
Hannover 96 kritisierte das Verhalten der eigenen Fans deutlich. Der Verein bezeichnete die Vorgänge als „inakzeptable Eskalation“ und verurteilte die Szenen nach eigenen Angaben auf das Schärfste. Für das Verhalten der Verantwortlichen gebe es keinerlei Entschuldigung.
Der Klub erklärte zudem, die Verursacher hätten die Konsequenzen ihres Handelns gekannt und die Gesundheit anderer Menschen wissentlich gefährdet. Hannover 96 kündigte an, sich aktiv an der Identifizierung der Beteiligten zu beteiligen.
Nach Angaben der Polizei blieb es vor und nach den Ausschreitungen friedlich. Auch die An- und Abreise sowie der Stadionzutritt verliefen demnach ruhig. Nennenswerte weitere Vorkommnisse seien nicht bekannt geworden.
Zum Spiel waren rund 1900 Anhänger aus Hannover mit einem Sonderzug nach Braunschweig gereist. Die Fans wurden vom Bahnhof zum Stadion begleitet. Die Polizei war bei dem als Hochrisikospiel eingestuften Derby mit einem größeren Aufgebot im Einsatz. Ein Schwerpunkt lag darauf, die beiden verfeindeten Fanlager voneinander zu trennen.
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens hatte Vereine und Fans zuvor vor den Folgen weiterer Randale gewarnt. Als mögliche Maßnahmen nannte sie personalisierte Tickets, kleinere Gästekontingente und Geisterspiele.
Im Oktober war nach einem ähnlichen Vorfall beim Pokalderby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern ein Urteil ergangen. Das DFB-Sportgericht verurteilte Waldhof zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro sowie zu zwei Ligaspielen mit teilweisem Ausschluss von Fans. Ein Verfahren gegen Kaiserslautern war nach den vorliegenden Angaben noch beim DFB-Kontrollausschuss anhängig.

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