Harry Kane könnte am Montagabend in London mit dem Ballon d’Or als Weltfußballer ausgezeichnet werden. Der 33 Jahre alte Stürmer des FC Bayern wird im Vorfeld der Wahl als aussichtsreichster Kandidat gesehen. Zugleich sorgt die mögliche Entscheidung für eine Debatte über die Aussagekraft des Preises.
„Den Ballon d’Or zu gewinnen, wäre großartig. Ich hatte letztes Jahr eine fantastische Saison und bin extrem stolz darauf“, sagte Kane. Auch in seiner Familie sei die prestigeträchtige Wahl ein großes Thema.
Kane blickt auf eine außergewöhnliche Entwicklung zurück. Während seiner Zeit bei Tottenham Hotspur galt er als einer der besten Spieler der Welt, blieb aber ohne große Titel. Auch bei seinem Wechsel zum FC Bayern schien sich diese Geschichte zunächst fortzusetzen.
Inzwischen präsentiert sich der Engländer vielseitiger denn je. Im Bewertungszeitraum vom 1. August 2025 bis zum 31. Juli 2026 erzielte er laut dem Bericht 73 Tore in 65 Pflichtspielen für den FC Bayern und die englische Nationalmannschaft. Dabei wird Kane nicht mehr nur als Strafraumstürmer beschrieben. Er beteiligt sich am Spielaufbau, arbeitet defensiv mit und übernimmt eine zentrale Rolle im gesamten Spiel.
Ein Konkurrent um die Auszeichnung kommt aus den eigenen Reihen. Michael Olise überzeugte beim FC Bayern mit Dribblings, Vorlagen und Toren. Der Franzose wechselte im Sommer 2024 von Crystal Palace nach München und kommt seitdem laut dem Bericht in 117 Pflichtspielen auf 51 Tore und 59 Vorlagen.
Olise spielt spektakulär und hat den FC Bayern mehrfach geprägt. Kane wird jedoch als kompletterer Spieler bewertet, der nahezu alle Bereiche des Spielfelds beeinflusst. Auch Bundestrainer Jürgen Klopp habe nach Darstellung des Beitrags Schwierigkeiten, die Spielweise des Engländers vollständig zu erklären.
Gegen Kane spricht vor allem, dass ihm der ganz große internationale Titel fehlt. Er hat weder die Champions League noch den WM-Titel gewonnen. Diese Erfolge gelten bei der Bewertung des Ballon d’Or häufig als wichtige Maßstäbe. Zudem wird die Bedeutung der Bundesliga im Vergleich zu den Ligen in England oder Spanien geringer eingeschätzt.
Als weitere Kandidaten werden unter anderem Rodri, Lamine Yamal, Kylian Mbappé, Spieler von Paris Saint-Germain und Lionel Messi genannt. Der Beitrag sieht bei ihnen jedoch jeweils Argumente gegen einen Sieg: fehlende Titel, eine schwächere Saison, ein frühes Aus in Europa oder geringere individuelle Werte.
Für Kane sprechen dagegen seine Leistungen, seine Entwicklung und sein Einfluss auf den FC Bayern. Nach Darstellung des Berichts hat er die Münchner zu zwei Titeln geführt und die Mannschaft sowohl in Europa als auch weltweit weit gebracht. Außerdem sei er trotz seiner Erfolge ein Superstar ohne Allüren geblieben.
Bei der Wahl stimmt jeweils ein Sportjournalist aus den 100 bestplatzierten Nationen ab. Die Juroren wählen zehn Spieler aus einer Liste der 30 Besten und vergeben je nach Platzierung zwischen 15 und einem Punkt. Sollte Kane nicht gewinnen, stellt der Beitrag deshalb grundsätzlich infrage, ob die Wahl als ernsthafter Wettbewerb noch Bestand haben sollte.

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