Selenskyj beschuldigt Russland der Angriffe auf Zivilisten – neue Gespräche geplant

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den russischen Streitkräften gezielte Angriffe auf Zivilisten vorgeworfen. Nach seinen Angaben wurden in dieser Woche Tausende Drohnen und Gleitbomben gegen die Ukraine eingesetzt. Gleichzeitig gibt es Pläne für neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der USA.

In der Region Dnipropetrowsk wurden laut Selenskyj vier Menschen getötet und 22 weitere verletzt. Unter den Verletzten sei ein elfjähriges Mädchen. In Winnyzja traf eine Drohne nach seinen Angaben ein Hochhaus. Dort wurden sechs Menschen verletzt. Insgesamt seien Schäden in neun Regionen registriert worden.

In der Nacht wurden demnach außerdem Wärmekraftwerke, Umspannwerke, Kohlebergwerke, Getreidelager und Einkaufszentren angegriffen. In Charkiw sei zunächst ein Baumarkt getroffen worden. Anschließend habe es einen weiteren Angriff auf Rettungskräfte gegeben, erklärte Selenskyj. Nach Behördenangaben wurden dabei drei Einsatzkräfte verletzt.

Allein in dieser Woche habe Russland nach Darstellung des ukrainischen Präsidenten etwa 1600 Gleitbomben, 48 Marschflugkörper und ballistische Raketen sowie fast 2300 Drohnen eingesetzt. Selenskyj bezeichnete die Angriffe als Reaktion Russlands auf diplomatische Bemühungen und die Aufhebung seiner internationalen Isolation.

Selenskyj forderte zugleich, die militärische Unterstützung für die Ukraine auch während möglicher Verhandlungen fortzusetzen. Besonders wichtig seien die bereits von europäischen Staaten genehmigten Lieferungen von Flugabwehrraketen. Diese könnten insbesondere vor dem Winter dazu beitragen, Leben zu retten, sagte der Präsident.

Auch Russland meldete Tote, Verletzte und Schäden nach ukrainischen Gegenangriffen. Bei einem Drohnenangriff auf die russische Stadt Belgorod seien zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt worden, erklärte Gouverneur Alexander Schuwajew. Mehr als 30 Wohngebäude sowie weitere zivile Infrastruktur seien beschädigt worden.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Flugabwehr habe in der Nacht 532 Drohnen in verschiedenen Regionen abgeschossen. Die Angaben beider Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der Kreml bestätigte unterdessen Pläne für neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine unter US-Vermittlung im November. Ein genaues Datum nannte der außenpolitische Berater Juri Uschakow nicht. Eine weitere Verhandlungsrunde mit Delegationen aus den USA, der Ukraine und Russland könnte in einigen Wochen in Abu Dhabi oder in der Schweiz stattfinden. Ziel sei es, ein späteres Treffen auf Spitzenebene vorzubereiten. Bis dahin sei jedoch noch viel Arbeit erforderlich.


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