Proteste in Tirana eskalieren: Umweltministerium in Brand gesetzt

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Bei Protesten in der albanischen Hauptstadt Tirana ist die Gewalt eskaliert. Demonstrierende warfen Steine auf Regierungsgebäude und die Polizei. Schließlich wurde das Umweltministerium in Brand gesetzt.

Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur ATA hatte der Protest vor dem Bildungsministerium begonnen. An der von Studierenden mitorganisierten Demonstration richtete sich der Unmut gegen Missstände im Hochschulwesen und gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama.

Im Verlauf der Proteste dehnte sich die Menge auf weitere Ministerien und Teile der Stadt aus. Die Demonstrierenden zogen auch zum Büro des sozialistischen Ministerpräsidenten. Auf dem zentralen Platz zerstörten mehrere junge Menschen laut ATA eine Kunstinstallation, um Steine und andere harte Gegenstände zu sammeln. Diese warfen sie anschließend auf die Ordnungskräfte.

Außerdem wurden Müllcontainer angezündet und der Verkehr beeinträchtigt. Nach Angaben des privaten Fernsehsenders Klan warfen Demonstrierende auch Feuerwerkskörper und Molotowcocktails.

Die Polizei setzte den Berichten zufolge Wasserwerfer, Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse ein, um die Menge auseinanderzutreiben. Demnach wurden Menschen auf beiden Seiten verletzt. Zudem sollen Polizisten ein Kamerateam von Klan News angegriffen haben.

Ministerpräsident Rama kündigte an, die Regierung werde innerhalb weniger Stunden oder Tage auf die Anliegen der Bürger reagieren. Zugleich warnte er laut ATA, dass Personen, die Gewalt anstifteten oder ausübten, mit strafrechtlichen und finanziellen Konsequenzen rechnen müssten.

Der Protest richtet sich auch gegen ein Immobilienprojekt in einem Naturschutzgebiet an der albanischen Adriaküste. Die Regierung unterstützt das Vorhaben, hinter dem Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, steht. Die seit Monaten täglich stattfindenden Demonstrationen sind deshalb als „Flamingo-Revolution“ bekannt. In dem Naturschutzgebiet leben auch Flamingos.

Der Unmut gegen Rama und die politische Führung hatte sich bereits vor Monaten verstärkt. Viele Albaner empfinden die politischen Eliten als gierig, korrupt und inkompetent. Zugleich verhandelt Albanien nach Angaben des Berichts relativ fortgeschritten über einen Beitritt zur Europäischen Union.


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