Le Pen kündigt politischen Neuanfang für Frankreich an

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Marine Le Pen hat zum Auftakt der Wahlkampagne des Rassemblement National (RN) einen politischen Neuanfang für Frankreich angekündigt. In ihrer ersten großen Rede zur Präsidentschaftswahl stellte sie das Motto der „Wiedergeburt“ in den Mittelpunkt.

Vor 8.500 Delegierten des RN-Parteitags in Orléans wandte sich Le Pen unter anderem gegen Einwanderung. Diese überschwemme ihrer Darstellung nach französische Städte. Zudem kündigte sie an, kriminelle Organisationen bekämpfen zu wollen.

Le Pen sagte, sie wolle Frankreich seine „Macht, seine Größe und seine Ausstrahlung“ zurückgeben. Dabei gehe es nicht um eine Rückkehr in die Vergangenheit, sondern um den Beginn einer neuen Ära.

Ihre Rede war nach Angaben des Berichts von Optimismus und Zuversicht geprägt. Le Pen erklärte, sie wolle den öffentlichen Raum schützen und Gewalt in der Gesellschaft zurückdrängen. Außerdem wolle sie wieder stärker an die französische Lebensart anknüpfen.

Die Politikerin kritisierte zugleich Amtsinhaber Emmanuel Macron. Nach zehn Jahren unter Macron würden Begriffe wie Ruinen, Niedergang und Unruhen mit Frankreich verbunden. Le Pen stellte eine Wiederherstellung des Rechtsstaats sowie einen stärkeren Schutz von Kindern und Familien in Aussicht.

Ausländische Straftäter sollten ihrer Forderung zufolge automatisch und konsequent abgeschoben werden. Für mehr Kaufkraft wolle sie Energiesteuern senken. In der Rentenpolitik sprach sie sich dafür aus, dass junge Menschen früher mit der Arbeit beginnen.

Le Pen betonte außerdem, sie wolle soziale und wirtschaftliche Fragen sowie politische Rechte und Positionen nicht gegeneinander ausspielen. Sie kandidiert zum vierten Mal für das französische Präsidentenamt. Die Wahl findet im kommenden Frühjahr statt.

Umfragen sehen Le Pen derzeit im ersten Wahlgang deutlich vorn. Auch in einer Stichwahl würde sie sich demnach aktuell gegen jeden anderen Kandidaten durchsetzen. Le Pen kündigte an, den Vorsitz der RN-Fraktion in der Nationalversammlung am Tag nach ihrer Rede niederzulegen. Damit wolle sie unterstreichen, dass sie nicht als Vertreterin einer Partei antrete.

Der Parteitag wurde von Protesten begleitet. Nach Angaben der Präfektur waren 3.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Während der Rede von Jordan Bardella, den Le Pen als künftigen Premierminister sieht, kam es zu Unruhen im Publikum.

Bardella stellte eine harte Ordnungspolitik in Aussicht. Er kündigte unter anderem an, die Strafmündigkeit auf 16 Jahre zu senken und zusätzliche Gefängnisplätze zu schaffen. Auch er forderte die umgehende Abschiebung ausländischer Straftäter und eine insgesamt geringere Einwanderung.


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