Die EU-Kommission will Frontex offenbar deutlich ausbauen und stärker für Rückführungen einsetzen. Nach einem Medienbericht soll die EU-Grenzschutzagentur künftig eine zentrale Rolle in einem geplanten europäischen „Abschiebe-Koordinationszentrum“ übernehmen.
Die Kommission will dazu am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, einen Gesetzesvorschlag präsentieren. Das kündigte der zuständige EU-Erweiterungskommissar Magnus Brunner der „Welt am Sonntag“ an. Ziel sei es demnach, Frontex breiter und stärker aufzustellen und zur zentralen EU-Agentur für Abschiebungen zu machen.
Nach Angaben Brunners soll die Zahl der Rückführungen von Menschen, deren Asylanträge abgelehnt wurden, dadurch weiter steigen. Er sagte, wer kein Recht habe, in der Europäischen Union zu bleiben, müsse sie auch tatsächlich verlassen.
Laut dem Vorabbericht der Zeitung lag die Rückführungsquote illegaler Migranten in der EU in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres bei mehr als 30 Prozent. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres sei dagegen nur etwa jeder fünfte abgelehnte Asylbewerber aus der EU in sein Heimatland oder ein anderes Drittland abgeschoben worden. Brunner bezeichnete die aktuelle Quote demnach dennoch als nicht ausreichend.
Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf informierte Kreise der EU-Kommission weiter berichtet, ist Frontex außerdem das Geld für das sogenannte EU-Reintegrationsprogramm ausgegangen. Der Haushalt der Agentur soll im Jahr 2026 bei mehr als einer Milliarde Euro liegen.
Das Reintegrationsprogramm unterstützt Menschen finanziell, die freiwillig in ihre Heimatländer zurückkehren. Nach Angaben der Zeitung ist die Nachfrage zuletzt deutlich gestiegen. Bis Oktober wurden laut internen Zahlen der EU-Kommission bereits mehr als 21.200 Personen registriert. Das entspricht dem Bericht zufolge einem Anstieg von rund 59 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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