27-Jähriger stirbt nach Schlägerei bei Punk-Party in Tuggen

Bei einer Punk-Party im schweizerischen Tuggen ist ein 27-jähriger Deutscher nach einer Schlägerei gestorben. Ein 42-jähriger Schweizer wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung.

Nach Angaben des Schweizer „SonntagsBlick“ soll der Verdächtige langjähriges Mitglied des Neonazi-Netzwerks „Blood and Honour“ sein. Er soll zu einer Gruppe von Rechtsextremisten gehört haben, die am 17. Oktober bei einem Konzert im Club „The Bandits“ in Tuggen mit Hitlergrüßen provoziert habe.

Der 27-Jährige hatte das Konzert den Angaben zufolge gemeinsam mit seiner Mutter und zwei Freundinnen besucht. Während des Auftritts der deutschen Band Krawallbrüder sollen Neonazis andere Gäste angerempelt und Hitlergrüße gezeigt haben. Sicherheitskräfte verwiesen mehrere Randalierer aus der Halle. Einige von ihnen sollen jedoch später zurückgekehrt sein.

Nach Mitternacht eskalierte die Situation erneut. Ein DJ spielte auf Wunsch eines Gastes ein Lied der rechtsextremen Band „Landser“. Daraufhin sollen wieder Hitlergrüße gezeigt worden sein. Andere Besucher protestierten, anschließend kam es zu einer Schlägerei.

Der 27-Jährige soll durch einen Faustschlag zu Boden gegangen sein und mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen haben. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn in ein Krankenhaus. Dort starb er wenig später.

Augenzeugen schilderten laut „SonntagsBlick“ dramatische Szenen. Ein Konzertbesucher schrieb demnach auf Facebook: „Wir waren ohne Schutz, hilflos und haben bei den Securitys um Unterstützung gebettelt. Die Mutter des Toten im Arm, während die Täter zu Landser weitertanzten.“

Nach Angaben des Berichts soll sich außerdem ein weiterer bekannter Neonazi im Alter von 55 Jahren am Veranstaltungsort aufgehalten haben. Der Mann war demnach unter dem Decknamen „Primus“ früher V-Mann des deutschen Verfassungsschutzes und soll Verbindungen zum Umfeld der rechtsextremen Terrorgruppe NSU gehabt haben. Eine Beteiligung an der Schlägerei ist laut den vorliegenden Informationen nicht belegt.

Die Band Krawallbrüder distanzierte sich von Rechtsextremismus. Nach eigenen Angaben ließ sie bereits während ihres Auftritts vier Besucher mit „Blood & Honour Zürich“-Shirts aus der Halle entfernen. Bei der späteren tödlichen Schlägerei waren die Musiker demnach nicht mehr vor Ort.


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