Jordan Bardella führt Rassemblement National weiter

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Jordan Bardella ist als Vorsitzender des französischen Rassemblement National wiedergewählt worden. Beim Parteitag der rechtsnationalen Partei in Orléans erhielt der 31-Jährige nach Angaben französischer Medien rund 99 Prozent der Stimmen.

Die Wahlbeteiligung lag demnach bei knapp 68 Prozent. Bardella war der einzige Kandidat für den Parteivorsitz, den er bereits seit 2022 innehat.

In seiner Rede rief Bardella die Mitglieder zur Einheit auf. Gemeinsam werde die Partei den Rassemblement National zum Sieg führen, sagte er. Er warb außerdem um Unterstützung für Marine Le Pen, damit sie in den Élysée-Palast einziehen könne.

Le Pen gilt als mächtige Führungsfigur der Partei und tritt als Präsidentschaftskandidatin an. Nach Angaben des Berichts liegt sie derzeit in den Umfragen vor allen anderen Kandidaten. Sollte sie wegen ihrer Verurteilung im Zusammenhang mit der Veruntreuung von EU-Geldern nicht antreten können, wäre Bardella ihr möglicher Nachfolger.

Gegen die Verurteilung, die im Juli bestätigt worden war, hat Le Pen Revision eingelegt. Sollte das Gericht ihren Antrag ablehnen, könnte ihr mitten im Wahlkampf das Tragen einer Fußfessel drohen. Ob dies ihre Chancen bei der Wahl schwächen oder ihr sogar nutzen könnte, ist offen.

Für Sonntag war eine große Wahlkampfveranstaltung von Le Pen in Orléans angekündigt. Dazu wurden rund 15.000 Teilnehmer erwartet. Le Pen hat Bardella zugesagt, ihn zum Premierminister zu machen, sollte sie die Präsidentschaftswahl gewinnen.

Am Samstag protestierten nach Angaben der örtlichen Präfektur etwa 13.000 Menschen gegen die Parteiveranstaltung. Der Protestzug verlief friedlich durch die südlich von Paris gelegene Stadt. Die Behörden hatten die Route zuvor angepasst. Zudem wurde für Kinder und Jugendliche eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, um Störungen der öffentlichen Ordnung und mögliche Ausschreitungen zu verhindern.

Bardella hatte 2021 zunächst übergangsweise die Führung des Rassemblement National übernommen, während Le Pen sich auf die Präsidentschaftswahl 2022 konzentrierte. Im darauffolgenden Jahr wurde er offiziell zum Parteivorsitzenden gewählt. Zuletzt geriet er durch Medienberichte über antisemitische Textnachrichten unter Druck, die er vor mehr als zehn Jahren geschrieben haben soll.


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