Eine 66-jährige Deutsche ist im US-Bundesstaat New York wegen des Verdachts der illegalen Teilnahme an einer Wahl festgenommen worden. Marva Cook soll als Nicht-US-Staatsbürgerin ihre Stimme abgegeben haben.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des nördlichen Bezirks von New York wurde Cook wegen illegaler Wahlteilnahme als Ausländerin angeklagt. Darauf stehen den Angaben zufolge bis zu ein Jahr Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 100.000 US-Dollar. Zudem könnte der 66-Jährigen die Abschiebung drohen.
Cook erklärte vor Gericht, sie habe nicht gewusst, dass sie keine US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Sie kam offenbar im Alter von zwei Jahren in die USA und wurde dort adoptiert. An ihr Leben in den Vereinigten Staaten kann sie sich nach den vorliegenden Angaben vollständig erinnern: Sie besuchte dort die Schule, spielte erfolgreich Basketball an einer Universität und nahm an einer Wahl teil.
Erst kürzlich suchte Cook nach ihrer leiblichen Mutter und erfuhr dabei, dass sie in Deutschland geboren wurde. Warum sie durch die Adoption nicht automatisch US-Bürgerin wurde, ist ungeklärt. Im Alltag sei die fehlende Staatsbürgerschaft bislang nicht aufgefallen. Cook verfügt außerdem über eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis.
Die 66-Jährige stellte sich den Behörden selbst. Die Anklage geht jedoch davon aus, dass sie von ihrer fehlenden US-Staatsbürgerschaft wusste und wissentlich an einer Wahl teilnahm. Wie mehrere Medien berichteten, äußerten sich Cook und ihr Anwalt zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Ein Vertreter der US-Bundesbehörde Homeland Security Investigations verwies darauf, dass Nicht-Staatsbürger nach Bundesrecht nicht an Bundeswahlen teilnehmen dürfen. Der Erste Stellvertretende US-Staatsanwalt John A. Sarcone III sprach von einem weitverbreiteten Problem des Wahlbetrugs im Bundesstaat New York und forderte eine Wähleridentifizierung.
Cook arbeitete jahrelang als Hausmeisterin in einem Kinderheim und wird von ihrer Gemeinde unterstützt. Sie sagte, Gebete und Unterstützung seien wichtig, um die Situation durchzustehen. Wann über ihr weiteres Schicksal entschieden wird, ist noch nicht bekannt.
Nach Angaben des „Independent“ wurden in Kalifornien in derselben Woche mehr als zwei Dutzend Menschen mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis wegen illegaler Stimmabgabe oder illegaler Registrierung angeklagt. In Minnesota waren Anfang des Monats zehn Menschen wegen illegaler Stimmabgabe bei den vergangenen drei Wahlen angeklagt worden.

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