Wadephul berät in Istanbul mit mehreren Außenministern über internationale Krisen

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Bundesaußenminister Johann Wadephul trifft in Istanbul mit seinen Amtskollegen aus Frankreich, Großbritannien, Italien, der Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten zusammen. Im Mittelpunkt stehen internationale Konflikte und mögliche Wege zu ihrer Entschärfung.

Wadephul hält sich nach Angaben des Berichts nur einen halben Tag in der türkischen Metropole auf. Neben den Außenministern der sogenannten E3 – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – nimmt kurzfristig auch der italienische Außenminister an dem Treffen teil.

Auf der anderen Seite stehen die Außenminister des R4-Bündnisses aus der Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten. Überraschend kündigte zudem der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan seine Teilnahme an.

Die türkische Initiative wird als Ausdruck der Suche nach neuen Bündnissen außerhalb traditioneller Strukturen mit den USA gewertet. Das Treffen war bereits für Ende August geplant, dann aber kurzfristig abgesagt worden. Der türkische Außenminister Hakan Fidan lud nun erneut ein und brachte eine mögliche Zusammenarbeit der beiden Formate ins Gespräch. Wie diese konkret aussehen könnte, ist bislang offen.

Nach Angaben aus Regierungskreisen sollen die großen Konflikte in der Region besprochen werden. Dazu gehören die Lage in der Straße von Hormus, der Konflikt im Jemen und die Folgen für die Schifffahrt. Auch die Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien stehen auf der Tagesordnung.

„Uns eint, dass diese festgefahrenen Konflikte auch massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage und Sicherheit unserer Länder haben – und der Wille, neue Wege für Lösungen zu suchen“, erklärte Wadephul vor seiner Abreise.

Weitere Themen sind die wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine ausfallenden Getreideexporte über das Schwarze Meer. Aus Kreisen des türkischen Außenministeriums hieß es außerdem, dass die Lage in Gaza und Israels Siedlungspolitik angesprochen werden könnten.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte dem Konflikt zwischen dem Iran und den USA gelten. Die Auseinandersetzung wirkt sich auf den globalen Energiemarkt aus. Die Straße von Hormus ist laut dem Bericht weiterhin nur eingeschränkt befahrbar. Zudem griff die iranische Revolutionsgarde erneut mehrere Tanker an.

Auch eine mögliche neue Eskalation zwischen Israel und dem Iran beschäftigt die Teilnehmer. In Israel stehen kommende Woche Parlamentswahlen an. Die Türkei und Pakistan grenzen an den Iran, Saudi-Arabien liegt nur durch den Persischen Golf getrennt gegenüber. Das Königreich ist zudem seit Monatsbeginn fast täglich Angriffen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz ausgesetzt.

Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad wurden laut dem Bericht 13 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Pakistan und die Türkei bemühen sich demnach vor allem um eine Vermittlerrolle. Die Türkei rief zu einer diplomatischen Lösung auf und versucht, ihre Beziehungen zu Teheran für Gespräche über die Huthi zu nutzen.

Eine schnelle Lösung wird von dem Treffen in Istanbul nicht erwartet. Geplant ist jedoch eine Erklärung vor der Presse. Aus Regierungskreisen hieß es, man hoffe auf einen gemeinsamen Beitrag zur Beruhigung der Konflikte oder zumindest darauf, eine erneute Eskalation zu verhindern.


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