Volkswagen will bei seiner Kernmarke bis 2030 weitere 12.000 Arbeitsplätze sozialverträglich abbauen. Die Stellenstreichungen kämen zu den bereits geplanten mehr als 35.000 Arbeitsplätzen hinzu.
Gleichzeitig plant der Konzern, Beschäftigten den Wechsel in öffentlich geförderte Transfergesellschaften zu ermöglichen. Die IG Metall lehnt dieses Vorhaben ab und droht mit Arbeitskampfmaßnahmen ab dem Jahreswechsel.
Bei einem Krisentreffen an diesem Freitag erzielten Volkswagen und die Gewerkschaft keine Annäherung. Der Konzern pocht angesichts seiner angespannten Finanzlage auf schnelle Einsparungen bei den Arbeitskosten. Die Gewerkschaft wirft dem Vorstand dagegen vor, weitere Stellen streichen zu wollen, anstatt die zugesagte Sicherung von Beschäftigung und Standorten einzuhalten.
Volkswagens Personalvorstand Arne Meiswinkel begründet den zusätzlichen Sparkurs mit der verschlechterten Geschäftslage. Seit dem Zukunftstarifvertrag 2024 habe sich die wirtschaftliche Situation drastisch verschlechtert, erklärte Meiswinkel. Daraus ergebe sich ein akuter Handlungsbedarf. Nach Angaben des Konzerns hält Volkswagen zugleich an der Beschäftigungssicherung bis Ende 2030 fest.
Besonders umstritten sind die geplanten Transfergesellschaften. Die IG Metall bezeichnet den Vorstoß als tarifpolitischen Wortbruch ohne tragfähige Rechtsgrundlage. Zudem sieht die Gewerkschaft die Gefahr einer Sanierung auf Kosten der Steuerzahler.
Für zusätzlichen Streit sorgt die Kündigung von zehn Tarifverträgen. Volkswagen hatte die Vereinbarungen Ende September zum 31. Dezember 2026 gekündigt. Sie regeln unter anderem Arbeitszeiten, Urlaub und Zulagen. Betroffen sind rund 130.000 Beschäftigte in Deutschland. Die IG Metall wertet die Kündigungen als Vertrauensbruch.
Betriebsratschefin Daniela Cavallo bezeichnete das Vorgehen als „Riesenaffront“. IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger warnte vor einer möglichen Eskalation. Seiner Einschätzung nach deutet vieles auf eine Auseinandersetzung hin, die größer werden könnte als alle bisherigen Konflikte des Konzerns.
Die Tarifgespräche sollen am 24. November 2026 in Emden beginnen und am 15. Dezember in Zwickau fortgesetzt werden. Die Friedenspflicht endet am 31. Dezember 2026. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, sind Warnstreiks und weitere Arbeitskampfmaßnahmen möglich.

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