Tatverdächtiger nach tödlichem Messerangriff in Marburg in Polen festgenommen

Nach dem Fund der Leiche einer 35-jährigen Frau in Marburg ist ein mutmaßlicher Tatverdächtiger in Polen festgenommen worden. Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um einen 42-jährigen Polen und früheren Freund der Frau.

Die Staatsanwaltschaft und die Polizei werfen dem Mann vor, die 35-Jährige mit 19 Messerstichen getötet zu haben. Es bestehe ein dringender Tatverdacht wegen Mordes.

Der Mann wurde am Donnerstag in Polen festgenommen und anschließend in Haft gebracht. Zuvor soll er sich ins Ausland abgesetzt haben. In Deutschland hatte er nach Angaben der Ermittler keinen gemeldeten Wohnsitz.

Der Tatverdächtige soll nach Deutschland ausgeliefert werden. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft in Marburg kann das Auslieferungsverfahren mehrere Wochen bis Monate dauern. Ob sich der Mann in Polen bereits zu den Vorwürfen geäußert hat, war einem Sprecher zufolge nicht bekannt.

Die Frau lebte nach Angaben der Polizei in einem Frauenhaus. Der Grund dafür war ein anderer früherer Partner, bei dem es sich nicht um den nun festgenommenen Tatverdächtigen handelte.

Zuletzt wurde die 35-Jährige am Dienstagabend in einem Einkaufscenter in Marburg gesehen. Nach den bisherigen Ermittlungen war sie am Mittwoch mit dem 42-Jährigen verabredet. Dabei soll er sie mit einem Messer angegriffen und getötet haben.

Anschließend soll der Mann nach Polen geflüchtet sein. Die Frau wurde als vermisst gemeldet. Bei der Suche entdeckten Polizisten am Mittwochnachmittag ihre Leiche in einem Gebüsch.

Nach Angaben der Ermittler führten intensive Untersuchungen auf die Spur des Verdächtigen. Das zuständige Amtsgericht erließ einen nationalen sowie einen europäischen Haftbefehl. In Zusammenarbeit mit polnischen Behörden kam es schließlich zur Festnahme.

Die weiteren Hintergründe der Tat und ein mögliches Motiv sind bislang unklar.


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