Die gestiegenen Zinsen bremsen den deutschen Immobilienmarkt. Im dritten Quartal verteuerten sich Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 0,3 Prozent. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser legten um 0,4 Prozent zu. Das geht aus einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor.
Nach Einschätzung des IW bewegen sich die Kaufpreise seit 2023 weitgehend seitwärts. Gegenüber dem Höchststand aus dem Jahr 2022 liegen sie demnach gut zehn Prozent niedriger.
Als Grund nennen die Studienautoren Pekka Sagner und Michael Voigtländer die höheren Finanzierungskosten. Dadurch sinke die Nachfrage nach Kaufobjekten, sodass die Preise im Wesentlichen stagnierten. Als weitere Faktoren führen die Autoren gestiegene Inflationserwartungen und wachsende Zweifel an der Tragfähigkeit staatlicher Schulden an, vor allem in den USA und Frankreich.
Auch der Neubau steht nach der Untersuchung unter Druck. Die Zahl neu gebauter Wohnungen dürfte weiter zurückgehen. Das IW begründet dies mit einer geringeren Nachfrage und steigenden Baukosten, die derzeit hauptsächlich durch hohe Energiepreise getrieben würden.
Damit verschärfe sich die Krise im Wohnungsbau. Für einen Kredit über 300.000 Euro mit einer Tilgung von zwei Prozent müssten Haushalte inzwischen monatlich rund 1600 Euro aufbringen. Zu Jahresbeginn waren es dem IW zufolge noch rund 1450 Euro.
Die Entwicklung der Kaufpreise unterscheidet sich regional deutlich. In den sieben größten Städten sanken die Preise für Eigentumswohnungen um 0,8 Prozent. In den übrigen Großstädten und deren Umland stiegen sie jeweils um 1,2 Prozent.
Den stärksten Anstieg verzeichnete Essen mit 3,5 Prozent. In Dortmund legten die Preise um 2,0 Prozent und in Hamburg um 1,8 Prozent zu. Rückgänge gab es dagegen in Stuttgart um 3,9 Prozent, in Berlin um 2,0 Prozent, in Köln um 1,3 Prozent, in Leipzig um 1,0 Prozent und in München um 0,7 Prozent.
Während die Kaufpreise kaum zulegen, steigen die Mieten stärker. Bundesweit erhöhten sie sich im dritten Quartal um 4,5 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. In Hamburg fiel der Anstieg mit 6,8 Prozent am höchsten aus, gefolgt von Köln mit 5,3 Prozent und Essen mit 4,9 Prozent.
Seit 2022 stiegen die Mieten in Berlin mit 29,5 Prozent am stärksten. In Stuttgart fiel der Zuwachs mit 16,7 Prozent am niedrigsten aus. Das IW erwartet zunächst keine Entspannung. Hohe Zinsen lenkten zahlungskräftige Haushalte in den Mietmarkt, während steigende Baukosten den Neubau weiter bremsen und dadurch die Mieten antreiben dürften.

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