Brent-Öl steigt über 117 Dollar – Sorgen um Versorgung nehmen zu

Die Ölpreise sind am Freitag wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten deutlich gestiegen. Der Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent kletterte zeitweise auf 117,18 US-Dollar je Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende April.

Gegenüber dem Vortag entsprach das einem Plus von 3,54 Prozent. Auf Wochensicht steuerte Brent auf einen Anstieg von rund 6,7 Prozent zu. Es war bereits der dritte Wochenanstieg in Folge.

Auch die US-Ölsorte WTI verteuerte sich deutlich und erreichte 103,22 Dollar je Barrel. Die Preisentwicklung wird vor allem mit den Kämpfen zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz aus dem Jemen sowie den wachsenden Sorgen um die weltweite Ölversorgung in Verbindung gebracht.

Für zusätzliche Unruhe sorgte die Räumung der Zentrale des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco in Dhahran. Mitarbeiter mussten das Gebäude am Donnerstag verlassen. Die Maßnahme unterstreicht die angespannte Sicherheitslage in der Region.

Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten außerdem einen Ölteppich vor der Küste von Umm Al Quwain. Zunächst war weder die Ursache noch das betroffene Schiff bekannt. Mögliche Angriffe auf Tanker und weitere Zwischenfälle auf wichtigen Seewegen erhöhen die Nervosität an den Märkten.

Im Mittelpunkt steht auch die Straße von Hormus. Über die Meerenge wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Öls transportiert. Sollten Lieferungen behindert oder Transportwege unterbrochen werden, könnte das den Preisdruck weiter verstärken.

Hinzu kommt eine Produktionskürzung in Libyen. Dort wurde ein Pipelineventil geschlossen, wodurch die Förderung an zwei Ölfeldern zurückging. Gleichzeitig droht der Iran-Krieg weiter zu eskalieren.

Steigende Rohölpreise könnten sich auch an deutschen Tankstellen bemerkbar machen. Wie stark sich Benzin und Diesel verteuern, hängt allerdings zusätzlich von Raffineriekosten, Steuern, dem Dollarkurs und der Nachfrage ab.

Auch Heizölkunden müssen mit möglichen Mehrbelastungen rechnen. Ein dauerhaft höherer Ölpreis könnte die Heizkosten weiter steigen lassen. Ob sich das aktuelle Preisniveau hält, ist offen. Solange neue Angriffe und Störungen der Lieferwege drohen, bleibt das Risiko weiterer Preissprünge bestehen.


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