Die Bundesanwaltschaft hat im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg einen 53-jährigen Ukrainer festnehmen lassen. Ihm wird vorgeworfen, für einen russischen Nachrichtendienst militärisch relevante Informationen gesammelt zu haben.
Beamte des Bundeskriminalamts nahmen den Verdächtigen am Donnerstag fest. Am Freitag sollte er einem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt werden. Dabei sollte entschieden werden, ob der Mann in Untersuchungshaft kommt.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll der Beschuldigte spätestens seit Juli 2025 über einen Mittelsmann Kontakt zu einem russischen Nachrichtendienst gehabt haben. Die Ermittler kamen ihm demnach aufgrund von Erkenntnissen des Verfassungsschutzes auf die Spur.
Im Mittelpunkt des mutmaßlichen Ausspähens sollen die europäische Rüstungsindustrie und die Nato-Ostflanke gestanden haben. Der Verdächtige soll Informationen über die Herstellung von Panzern, Munition und Explosivstoffen sowie über Personal gesammelt haben.
Zudem soll er militärische Anlagen zur Sicherung der Nato-Ostflanke ausgekundschaftet haben. Nach Informationen des „Spiegel“ nahm er dabei auch die Litauen-Brigade der Bundeswehr ins Visier.
Den Vorwürfen zufolge beschränkte sich die Informationsbeschaffung nicht auf öffentlich zugängliche Angaben. Der Mann soll gezielt Kontakte in der europäischen Rüstungsbranche genutzt haben. Die Bundesanwaltschaft erklärte, der Beschuldigte habe für andere Personen gezielt Menschen aus der europäischen Rüstungsindustrie kontaktiert und Informationen über sie gesammelt.
Der Verdächtige soll laut „t-online“ in Eisenhüttenstadt leben. Über seine mögliche Untersuchungshaft sollte der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof entscheiden.
In Brandenburg waren zuletzt weitere Vorgänge bekannt geworden, die mit mutmaßlichen russischen Aktivitäten in Verbindung gebracht wurden. Im August entdeckten Sicherheitsbehörden in einem Waldgebiet an der Grenze zu Berlin ein Versteck mit Schusswaffen. Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ hatte der Verfassungsschutz Hinweise darauf, dass es sich um ein Depot russischer Geheimdienste handeln könnte.
Ebenfalls Anfang August wurde ein mutmaßlicher Anschlag auf ein ukrainisches Transportflugzeug verhindert. Eine Sprengstoffdrohne flog den Frachtflieger auf dem Flughafen Leipzig/Halle an. Nach den vorliegenden Informationen explodierte sie nicht.

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