Ruti Aga nach gefälschtem Rezept für sechs Jahre gesperrt

Die Marathonläuferin Ruti Aga ist für sechs Jahre gesperrt worden. Grund sind der Nachweis der verbotenen Substanz Methylprednisolon und die Vorlage eines gefälschten Rezepts im anschließenden Anti-Doping-Verfahren.

Bei der 32-jährigen Äthiopierin wurde die Substanz nach einer Probe im Anschluss an ihren erfolgreichen Halbmarathon in China im März 2026 festgestellt. Methylprednisolon steht auf der Dopingliste und ist im Wettkampf verboten. Das Kortison-Steroidhormon kann Schmerzen lindern und die Regeneration beschleunigen.

Aga erklärte den positiven Test damit, dass ihr der Stoff seit 2025 wegen einer Knieverletzung verschrieben worden sei. Als Beleg legte sie Dokumente vor. Bei der Überprüfung stellte sich jedoch heraus, dass die darauf genannte Klinik in Äthiopien nicht existiert.

Auch die Unterschrift auf dem Rezept erwies sich als gefälscht. Sie stammte nach den Ermittlungen von einem Familienmitglied, das sich als Arzt ausgegeben hatte. Die äthiopische Anti-Doping-Behörde bestätigte, dass keine medizinische Einrichtung unter dem angegebenen Namen gefunden werden konnte.

Die Athletics Integrity Unit (AIU) verhängte wegen des „Vorhandenseins und der Einnahme einer verbotenen Substanz“ zunächst eine zweijährige Sperre. Wegen der „Manipulation“ des Anti-Doping-Verfahrens kamen weitere vier Jahre hinzu.

„Der Schutz eines fairen Wettbewerbs erfordert Ressourcen, aber dieser Fall sendet eine klare Botschaft: Versuche, zu betrügen, werden aufgedeckt“, sagte AIU-Geschäftsführer Brett Clothier.

Zum Zeitpunkt des Tests war Aga auf Platz elf der Weltrangliste geführt worden. Ihre Marathon-Bestzeit liegt bei 2:18:09 und wurde in Dubai aufgestellt. 2019 gewann sie den Tokio-Marathon und belegte zudem den dritten Platz in New York. Beim Berlin-Marathon stand sie zwischen 2016 und 2018 dreimal in Folge auf dem Podium.


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