Neun Tote und 56 Verletzte bei russischen Angriffen auf ukrainische Städte

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Bei nächtlichen russischen Angriffen auf mehrere ukrainische Städte sind nach ukrainischen Angaben mindestens neun Menschen getötet und 56 weitere verletzt worden. Betroffen waren unter anderem Kiew, Charkiw, Tschernihiw, Saporischschja, Donezk, Sumy und die Region Poltawa.

In Kiew schlugen nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko die ganze Nacht über Raketen ein. Die Bewohner mussten demnach Schutzräume aufsuchen. Ukrainischen Medien zufolge wurde in der Hauptstadt ein Mensch getötet, 24 weitere wurden verletzt. Zudem wurden Teile einer Brücke über den Dnipro beschädigt.

Die ukrainische Luftwaffe warnte am frühen Morgen vor weiteren ballistischen Raketen in Richtung Kiew und forderte die Bevölkerung auf, in den Schutzräumen zu bleiben.

Auch in anderen Regionen wurden Opfer gemeldet. In der nordöstlichen Region Charkiw starb nach Angaben des Gouverneurs Oleh Synjehubow eine Frau, 15 Menschen wurden verletzt. Unter den Verletzten waren demnach drei Kinder. In der Region Tschernihiw wurde ein Mensch getötet, in Saporischschja kamen drei Menschen ums Leben. Zwei weitere Tote wurden aus der Region Donezk gemeldet, ein Mann starb in Sumy.

In der Region Poltawa traf eine Drohne nach ukrainischen Angaben die Energieinfrastruktur in der Gegend von Krementschuk. Russland meldete außerdem einen Angriff auf Hafenanlagen in der Region Odessa. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden dabei auch Schiffe getroffen, die von der ukrainischen Armee genutzt würden.

Auch aus Russland wurden Angriffe gemeldet. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, in der Nacht seien 630 Drohnen in Richtung der Region gestartet worden. Die meisten seien von der russischen Luftabwehr zerstört worden. Zwei Menschen wurden demnach verletzt; 163 Drohnen hätten Moskau angesteuert.

Die Angriffe erfolgten trotz neuer diplomatischer Bemühungen um ein Ende des Krieges. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, ein Ende des Ukraine-Kriegs sei möglicherweise so nah wie noch nie. Seine Äußerungen folgten auf ein Treffen seines Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Witkoff bezeichnete die Gespräche als konstruktiv, verwies aber zugleich auf noch ausstehende Arbeit. Der Kreml erklärte sich anschließend grundsätzlich zu Verhandlungen mit Washington und Kiew bereit. Vorschläge europäischer Staaten und der Ukraine für eine Friedenslösung bewertete Moskau jedoch kritisch.

Der Politologe Nico Lange äußerte sich skeptisch über ein umfassendes Friedensabkommen. Zugleich sah er Anlass zur Hoffnung, dass bei einem begrenzten Waffenstillstand Fortschritte möglich sein könnten.


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