UN-Prognose: Globale Erwärmung könnte bis 2100 2,8 Grad erreichen

Die Erde könnte sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen bis zum Ende des Jahrhunderts um 2,8 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmen. Grundlage der Prognose ist die derzeitige weltweite Klimapolitik.

Mit jedem zusätzlichen Bruchteil über der Marke von 1,5 Grad steige das Risiko für tödliche Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbrände, sagte Inger Andersen, Direktorin des UN-Umweltprogramms.

Die internationale Gemeinschaft hatte sich darauf verständigt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die aktuelle UN-Prognose fällt jedoch schlechter aus als im vergangenen Jahr. Damals war von einer Erwärmung um bis zu 2,5 Grad die Rede.

Als einen wesentlichen Grund nennt der Bericht den Rückzug der USA von ihren bisherigen Klimaschutzplänen unter US-Präsident Donald Trump. Die USA sind demnach nach China der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Politische Veränderungen in dem Land wirkten sich deshalb direkt auf weltweite Schätzungen aus. Zudem seien die Daten zum bisherigen Treibhausgasausstoß nach oben korrigiert worden.

Selbst wenn alle Staaten ihre Klimapläne umsetzen und ihre angestrebten Klimaneutralitätsziele erreichen, würde die Erwärmung laut dem optimistischsten Szenario bis 2100 noch 2,1 Grad betragen. Das läge weiterhin deutlich über dem 1,5-Grad-Ziel.

Das Ziel gilt offiziell noch nicht als überschritten, weil dafür eine langfristige Überschreitung der Marke erforderlich wäre. Experten gingen jedoch inzwischen überwiegend davon aus, dass es nicht gehalten werden könne. Die Hoffnung richtet sich daher darauf, eine Überschreitung möglichst gering und kurz zu halten und die Temperaturen bis zum Ende des Jahrhunderts wieder unter 1,5 Grad zu senken.

UN-Generalsekretär António Guterres erklärte, eine Überschreitung bedeute keine Kapitulation. Dafür müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Niveau von 2025 bis 2030 um 18 Prozent, bis 2035 um 45 Prozent und bis 2040 um 69 Prozent sinken.

Die bisherigen Pläne reichen laut UN-Berechnung dafür nicht aus. Selbst bei ihrer vollständigen Umsetzung würden die Emissionen bis 2030 nur um bis zu acht Prozent und bis 2035 um bis zu 15 Prozent sinken.

Andersen verwies zugleich auf Fortschritte bei der Verringerung von Emissionen. Seit dem Pariser Klimaabkommen hätten sich die erneuerbaren Energien etwa dreimal so schnell entwickelt wie damals erwartet. Im November soll die Weltgemeinschaft im türkischen Antalya bei der Weltklimakonferenz über weitere Maßnahmen beraten. Die USA werden nach ihrem erneuten Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen unter Trump nicht teilnehmen.


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