Eskalation im Jemen-Konflikt bringt Saudi-Arabiens Sportstrategie unter Druck

Die angespannte Sicherheitslage im Konflikt mit der Huthi-Miliz aus dem Jemen setzt Saudi-Arabiens milliardenschwere Sportstrategie unter Druck. Das Tennisturnier Six Kings Slam in Riad wurde vorerst in den Dezember verschoben.

Bei dem Showevent sollten unter anderem Carlos Alcaraz, Alexander Zverev und Novak Djokovic antreten. Statt des geplanten Tennis-Spektakels bestimmen jedoch Terror und die Sorge vor einer weiteren Eskalation die Lage.

Saudi-Arabien investiert seit mehr als einem Jahrzehnt mithilfe des Public Investment Funds (PIF) massiv in den Weltsport. Das Land holte Großveranstaltungen ins Königreich, kaufte europäische Vereine und entwickelte Pläne für die Fußball-Weltmeisterschaft 2034. Auch Sportarten wie Golf wurden durch die Investitionen stark verändert.

Inzwischen wurden neben dem Six Kings Slam auch das Saisonfinale der Asian Tour im Golf und ein großes eSports-Event verschoben. Die Weltmeisterschaft im „Urban Cycling“ in Riad wurde abgesagt. Der Beitrag berichtet zudem, dass die internationale Sportgemeinschaft derzeit größtenteils kein Interesse an einer Reise nach Saudi-Arabien habe.

Der Sportpolitik-Experte Jürgen Mittag sieht darin eine erhebliche Herausforderung für das Land. Saudi-Arabien wolle sich als starke Großmacht mit finanziellen Möglichkeiten und geopolitischer Stärke präsentieren. Dies gelinge derzeit jedoch nicht. Neben den Sicherheitsrisiken stelle sich die Frage, ob die prestigeträchtigen Sportprojekte in der geplanten Form durchgeführt werden könnten.

Der Profifußball läuft unterdessen weitgehend weiter. Bislang wurden drei Partien der ersten Liga verschoben. Ein Spiel von Cristiano Ronaldo und seinem Team Al-Nassr gegen Neftchi Fergana aus Usbekistan begann in der asiatischen Champions League nach einem Raketenalarm mit einer Verzögerung von einer Stunde.

Auch die Asienmeisterschaft, die am 7. Januar beginnen soll, ist weiterhin vorgesehen. Ob diese Signale internationale Partner und Verbände überzeugen, bleibt laut dem Beitrag offen. Nach Einschätzung von Mittag stehe bereits einiges auf dem Prüfstand, während Saudi-Arabien versuche, die Lage unter Kontrolle erscheinen zu lassen.

Eine unmittelbare Gefahr für die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 sieht der Experte derzeit nicht. Ihm seien keine Stimmen aus der FIFA-Führung bekannt, die eine entsprechende Debatte forderten. Sicherheitsarchitektur und Infrastrukturplanung würden daher weiterlaufen, auch wenn es möglicherweise einen Plan B gebe.

Die aktuelle Lage könnte allerdings eine bereits begonnene Konzentration der Investitionen beschleunigen. Statt breit in viele Bereiche zu investieren, könnte Saudi-Arabien sich stärker auf strategisch wichtige Sportarten und Großveranstaltungen wie Fußball fokussieren. Investoren und Sportverbände dürften die weitere Entwicklung genau beobachten.


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