Australische Abgeordnete verliert nach gezieltem Fahrzeugangriff beide Beine

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Die australische Abgeordnete Helen Haines hat nach einem gezielten Angriff mit einem Fahrzeug auch ihr rechtes Bein verloren. Ihr Zustand wird nach Angaben ihres Mannes als stabil beschrieben.

Haines war am Montag in der Nähe ihres Büros in Wangaratta, rund 200 Kilometer nordöstlich von Melbourne, von einem Toyota Land Cruiser angefahren worden. Sie hatte nach Angaben des australischen Premierministers Anthony Albanese gerade Gegenstände aus dem Kofferraum ihres Autos genommen.

Der Fahrer soll zunächst an Haines vorbeigefahren sein und anschließend gewendet haben, um auf sie zuzufahren. Passanten überwältigten den Mann. Die Polizei und Albanese erklärten, es habe sich um einen gezielten Angriff und nicht um einen Unfall gehandelt.

Nach dem Angriff musste zunächst das linke Bein der 65-Jährigen amputiert werden. Die Ärzte hofften zunächst, ihr rechtes Bein retten zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht. Nach Angaben ihres Mannes Phil Haines amputierten Chirurgen nun auch das rechte Bein.

„Helens linkes Bein war am Montag amputiert worden. Wir hatten gehofft, dass ihr rechtes Bein gerettet werden kann, doch heute mussten die Chirurgen auch ihr rechtes Bein amputieren“, sagte Phil Haines vor dem Krankenhaus in Melbourne.

Inzwischen wurde gegen den 43-jährigen Fahrer Anklage erhoben. Laut Polizei wurde in seinem Fahrzeug ein Messer gefunden. Der Mann war den Behörden bereits bekannt. Sein Motiv ist weiterhin unklar.

Allein wegen des Vorwurfs, einen Amtsträger verletzt zu haben, drohen dem Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft. Die Eltern des Mannes erklärten laut der Zeitung „The Age“, sie seien seit mehr als 20 Jahren mit Haines befreundet. Sie bezeichneten den Angriff als „verheerend und unfassbar“.

Haines zog 2019 in das australische Parlament ein. Die parteilose frühere Krankenschwester setzte sich unter anderem für mehr Klimaschutz und die Bekämpfung von Korruption ein.

Der Angriff hat in Australien erneut eine Debatte über den rauer werdenden Ton in der Gesellschaft ausgelöst. Politische Gewalt ist nach den vorliegenden Angaben zwar selten. Die Polizei registriert jedoch mehr Drohungen und Beschimpfungen gegen Amtsträger. Premierminister Albanese warnte zugleich vor vorschnellen Spekulationen und kritisierte die zunehmend hitzige und persönliche politische Debatte.


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