Riesiges Trümmerteil landet in Maisfeld in Minnesota – möglicher Zusammenhang mit chinesischer Rakete

Ein rund 3,35 Meter großes, teilweise verkohltes Metallobjekt ist in einem Maisfeld im US-Bundesstaat Minnesota entdeckt worden. Die Herkunft des tonnenschweren Fundstücks ist bislang nicht offiziell geklärt. Hinweise deuten laut US-Medien jedoch darauf hin, dass es sich um einen Teil einer chinesischen Rakete handeln könnte.

Das Objekt wurde am 14. Oktober in Scott Township entdeckt. Gegen 15.30 Uhr erhielt das Sheriffbüro des Stevens County einen Hinweis auf fremde Trümmerteile in einem Maisfeld. Einsatzkräfte fanden dort ein großes, kreisförmiges Metallteil. Die örtliche Polizei bezeichnete es vorsichtig als mutmaßliches Weltraumobjekt.

Bundes- und Landesbehörden wurden in die Untersuchung eingeschaltet. Nach Angaben des Sheriffbüros hatte das Objekt einen Durchmesser von etwa elf Fuß, umgerechnet rund 3,35 Metern. Verletzte wurden nicht gemeldet. Zudem sahen die Behörden nach den vorliegenden Angaben keine Gefahr für die Öffentlichkeit.

Das Nachrichtenportal Ars Technica bringt das Fundstück mit einer Rakete des Typs Zhuque-2E des chinesischen Raumfahrtunternehmens Landspace in Verbindung. Die Rakete war am 15. September im Nordwesten Chinas gestartet und sollte zehn Kommunikationssatelliten in eine polare Umlaufbahn bringen. Der Start verlief nach chinesischen Angaben erfolgreich.

Für die Vermutung sprechen dem Bericht zufolge mehrere Übereinstimmungen. Die obere Stufe der Zhuque-2E soll kurz nach dem Start über Nordamerika wieder in die Atmosphäre eingetreten sein. In Richtung Minnesota seien dabei leuchtende Trümmerstreifen beobachtet worden. Außerdem hat die Raketenstufe demnach einen Durchmesser von rund 3,35 Metern – genauso viel wie das gefundene Metallteil. Offiziell bestätigt ist dieser Zusammenhang bisher nicht.

Dass ein so großes Raketenteil den Wiedereintritt übersteht, ist ungewöhnlich, aber möglich. Beim Eintritt in die Atmosphäre entstehen enorme Temperaturen, sodass ein großer Teil des Materials verglüht. Besonders robuste Bauteile können jedoch auf der Erde landen.

Nach Angaben der NASA fällt im langjährigen Mittel täglich etwa ein katalogisiertes Stück Weltraumschrott auf die Erde zurück. Schwere Verletzungen durch solche Trümmer seien bislang nicht bestätigt worden. Raumfahrtbehörden berücksichtigen bereits bei der Konstruktion von Raketen und Satelliten das Risiko eines unkontrollierten Wiedereintritts.

Für mögliche Schäden gibt es internationale Regeln. Nach dem Weltraumhaftungsübereinkommen der Vereinten Nationen haftet ein Startstaat grundsätzlich für Schäden, die sein Weltraumobjekt auf der Erdoberfläche verursacht. Dazu zählen ausdrücklich auch Teile einer Trägerrakete.

Die Behörden in Minnesota wollen nun klären, wem das Fundstück tatsächlich gehört und wie es aus dem Maisfeld entfernt werden kann.


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