Drei Tage nach den schweren Ausschreitungen in Frankreich ist ein 34-jähriger Mann im Zusammenhang mit dem Brand des Rathauses von Limoges festgenommen worden. Eine französische Anti-Terrorismus-Einheit übernahm die Ermittlungen.
Der Mann ist nach Angaben aus dem Umfeld der Ermittlungen als linksradikaler Gefährder bekannt. Er wurde demnach wegen Gewalt gegen Amtsträger registriert und lebt im benachbarten Département Creuse.
Das Rathaus von Limoges war am Samstag am Rand von Demonstrationen gegen die hohen Lebenshaltungskosten in Brand gesetzt worden. Der historische, unter Denkmalschutz stehende Gebäudeteil aus dem 19. Jahrhundert brannte vollständig aus. Der Glockenturm stürzte während des Brandes ein.
Das Feuer machte das Rathaus zu einem Symbol der schweren Unruhen. Bei den landesweiten Ausschreitungen richteten sich Gewalttaten teilweise direkt gegen Einrichtungen und Symbole der Staatsgewalt.
Der konservative Bürgermeister von Limoges, Guillaume Guérin, warf dem Staat nach dem Brand Versagen vor. Die Polizei habe nicht über ausreichende Mittel verfügt und sich vor den Randalierern zurückgezogen. Guérin forderte, dass der Staat den Wiederaufbau des Rathauses übernimmt.
Premierminister Sébastien Lecornu sagte staatliche Unterstützung für den Wiederaufbau zu. Zudem kündigte er einen Besuch in Limoges für Freitag an.
Auch andere Bürgermeister kritisierten nach den Unruhen eine unzureichende Präsenz von Einsatzkräften und deren mangelnde Vorbereitung. Zu ihnen gehörten die Stadtoberhäupter von Paris, Marseille und Lyon.

Schreibe einen Kommentar