Roche legt geplante Investitionen in Deutschland vorerst auf Eis

Der Schweizer Pharmakonzern Roche stellt sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen in Deutschland vorerst zurück. Als Grund nennt das Unternehmen die Sparvorgaben der Bundesregierung im Gesundheitswesen und einen Vertrauensverlust in die deutsche Politik.

„Wir haben sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen in Deutschland erst einmal auf Hold gesetzt“, sagte Roche-Deutschlandchef Daniel Steiners der Welt. Für den Pharmabereich habe die Politik zuletzt viel Vertrauen zerstört. Steiners forderte verlässliche Rahmenbedingungen für Unternehmen.

Roche beschäftigt in Deutschland mehr als 18.000 Menschen. Zugleich baut der Konzern seinen Standort im bayerischen Penzberg stark aus. Ob und wann geplante Investitionen wieder freigegeben werden, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

Die Ankündigung fällt in eine für die Bundesregierung wichtige Phase. Bei einem Investorengipfel in Berlin wirbt sie mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei Unternehmen für den Standort Deutschland.

Steiners verwies außerdem positiv auf die Industriepolitik der USA. Dort werde erkannt, wie wichtig die Stärkung der Industrie sei, sagte der Manager. Europa müsse sich wieder stärker anstrengen, forderte er.

In der Pharmabranche sorgen die Sparpläne der Bundesregierung für erhebliche Verärgerung. Die Unternehmen kritisieren, dass die Bundesregierung im Koalitionsvertrag zwar eine Stärkung des Pharmastandorts angekündigt habe, der Branche zugleich aber schärfere Sparvorgaben auferlege.

Im Mittelpunkt der Kritik steht unter anderem die Erhöhung des Herstellerrabatts. Diesen Rabatt müssen Arzneimittelhersteller den Krankenkassen gewähren.

Auch andere Pharmakonzerne haben bereits Konsequenzen angekündigt. Der US-Konzern Eli Lilly halbierte im Sommer geplante Investitionen von 2,5 Milliarden Euro in Rheinland-Pfalz. Boehringer Ingelheim strich geplante Ausgaben von 900 Millionen Euro vollständig. Beide Unternehmen verwiesen dabei auf die Sparvorgaben. Auch der US-Pharmakonzern Pfizer stellte Investitionen in Deutschland aus Ärger über die Politik auf den Prüfstand.


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