Die Europäische Union hat den Angriff radikaler Siedler auf einen Diplomatenkonvoi im Westjordanland scharf verurteilt. Die israelische Regierung müsse die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und Maßnahmen ergreifen, um weitere Gewalt gegen Palästinenser und Journalisten zu verhindern.
Der Konvoi war am Samstag von einer Gruppe von Siedlern angegriffen worden. Beteiligt waren Fahrzeuge der französischen, belgischen und polnischen Missionen. Nach Angaben von Insassen wurde dabei auch ein französischer Bürgermeister geschlagen.
Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas forderte Israel auf, das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte uneingeschränkt einzuhalten. Zudem müsse die Ausdehnung der Siedlungen beendet werden.
Die EU erklärte, sie nehme die Verurteilung des Angriffs durch mehrere israelische Vertreter zur Kenntnis. Nun erwarte Brüssel jedoch wirksame Schritte, damit Gewalttaten und Belästigungen gegen Palästinenser verhindert würden. Dies gelte insbesondere während der Olivenernte. Auch Angriffe auf Journalisten müssten unterbunden werden.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bezeichnete die internationale Kritik als „Verleumdungskampagne“ gegen israelische Siedler. Außenminister Gideon Sa’ar verurteilte den Angriff hingegen als Tat „israelischer Randalierer“.
In den vergangenen Tagen waren nach Angaben des Materials auch Fotografen der internationalen Nachrichtenagenturen Reuters und AFP bei Einsätzen im Westjordanland von Siedlern verletzt worden.
Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg von 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler. Nach internationalem Recht gelten die Siedlungen als illegal. Unter Netanyahu wurde der Siedlungsbau im Westjordanland deutlich ausgeweitet.
Seit dem Großangriff der extremistischen palästinensischen Organisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich die Lage im Westjordanland weiter verschärft.

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