In Isjum bauen Witalij Papirnyj und Lilija Dschemiljewa sich ein neues Leben auf

Witalij Papirnyj und Lilija Dschemiljewa haben wegen des russischen Angriffskriegs ihr Zuhause im Osten der Ukraine verlassen. In der frontnahen Stadt Isjum fanden sie nicht nur zueinander, sondern begannen auch, gemeinsam ein neues Leben aufzubauen.

Ein SPIEGEL-Team war ursprünglich nach Isjum gereist, um eine Wirtschaftsgeschichte zu recherchieren. Dabei trafen die Journalisten zufällig auf Papirnyj und Dschemiljewa. Aus der Begegnung entstand die Geschichte des Paares.

Die beiden leben seit weniger als einem Jahr in Isjum. Dort betreiben sie gemeinsam zwei Take-away-Restaurants, einen Pizzadienst, einen Foodtruck und eine Wäscherei. Nach den vorliegenden Angaben schaffen ihre Unternehmen Arbeit für 23 Menschen. Ein weiteres Restaurant soll hinzukommen.

Auch Soldaten gehören zu den Kunden. Die beiden liefern, was Angehörige der ukrainischen Armee wünschen. Isjum dient der Armee als Drehkreuz, an dem sich Soldaten zwischen ihren Einsätzen ausruhen.

Die Stadt ist zugleich stark vom Krieg geprägt. Isjum gilt als Ort der Zerstörung, die Lage verschlechtere sich dort von Tag zu Tag. Vor diesem Hintergrund beschreibt der SPIEGEL die Geschichte von Papirnyj und Dschemiljewa als Beispiel für einen persönlichen und wirtschaftlichen Neuanfang mitten im Krieg.

Die beiden wollten die Ostukraine dennoch nicht verlassen. „Wir sind Dörfler, wir sind in unserem Land verwurzelt“, sagte Papirnyj dem Bericht zufolge. Es habe keinen Sinn, zu viel zu grübeln, erklärte er außerdem, schließlich könne jederzeit etwas passieren.

So verbinden Papirnyj und Dschemiljewa in Isjum ihren Alltag mit dem Versuch, sich trotz des Krieges eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.


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