Der Textilspezialist Groz-Beckert will an seinem Stammsitz in Albstadt 120 Arbeitsplätze abbauen. Der Stellenabbau soll schrittweise im Laufe des kommenden Jahres beginnen und bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Die Geschäftsführung informierte die Beschäftigten am 15. Oktober bei einer Betriebsversammlung über die Pläne. Nach Angaben des Unternehmens soll der Abbau sozialverträglich erfolgen.
Groz-Beckert stellt unter anderem industrielle Maschinennadeln, Präzisionsteile und Feinwerkzeuge her. Die Produkte werden beispielsweise beim Stricken, Weben, Nähen und Spinnen eingesetzt.
Besonders unter Druck steht das Stammgeschäft mit textilen Werkzeugen. In diesem Bereich geht die wirtschaftliche Entwicklung bereits seit mehreren Jahren zurück. Nach Angaben des Unternehmens setzte sich der rückläufige Trend auch 2026 fort.
Als Gründe werden eine schwache Nachfrage und hoher Preisdruck genannt. Zudem verlagert sich zunehmend Produktion in günstigere Regionen. China gewinnt bei der Herstellung und beim Bau von Textilmaschinen immer stärker an Bedeutung.
Eine nachhaltige Erholung der Nachfrage sei unter diesen Bedingungen nicht absehbar, teilte das Unternehmen mit. Das wirke sich unmittelbar auf die Auslastung der Produktionskapazitäten aus.
Groz-Beckert will deshalb den Standort in Albstadt umbauen. Produktion und Organisation sollen an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Zugleich sollen Kosten gesenkt werden.
Der Konzern beschäftigte 2025 weltweit rund 8800 Menschen und erzielte einen Umsatz von 799 Millionen Euro. Das Unternehmen besteht seit 174 Jahren.

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