Eine Drohne ist in den litauischen Luftraum eingedrungen und später nahe dem Dorf Juodzionys abgestürzt. Der Vorfall versetzte die litauischen Streitkräfte in Alarmbereitschaft, NATO-Kampfflugzeuge stiegen auf. Bewohner im Zentrum und Norden Litauens wurden aufgefordert, für etwa eine Stunde Schutzräume aufzusuchen.
Auch im benachbarten Lettland warnten die Behörden Menschen in einigen Regionen nahe der litauischen Grenze. Nachdem das Flugobjekt vom Radar verschwunden war, wurden in der Nähe von Juodzionys mögliche Trümmerteile gefunden.
Nach Angaben des litauischen Verteidigungsministers Robertas Kaunas trafen einige Teile ein ziviles Fahrzeug. Verletzt wurde nach den Angaben des Leiters des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, niemand.
Einige Stunden nach Bekanntwerden des Vorfalls entschuldigte sich die Ukraine. Der ukrainische Außenamtssprecher Heorhij Tychyj erklärte, der Zwischenfall könne auf russische elektronische Kriegsführung zurückzuführen sein. Ukrainische Drohnen könnten beim Einsatz gegen militärische Ziele in Russland abgelenkt worden sein. Kiew sei bereit, mit Vilnius an der Aufklärung des Vorfalls zu arbeiten.
Kaunas teilte mit, der unbemannte Flugkörper sei vermutlich aus Richtung des benachbarten Polen gekommen und im Norden Litauens zu Boden gegangen. Die polnische Armee erklärte, sie prüfe eine mögliche Verletzung des polnischen Luftraums durch ein nicht identifiziertes Objekt. Zugleich führte die polnische Luftwaffe nach eigenen Angaben Präventivmaßnahmen wegen russischer Raketenangriffe auf die Ukraine durch.
In den vergangenen Monaten waren laut dem Bericht wiederholt Drohnen in den NATO-Luftraum in der baltischen Region eingedrungen. Die ukrainische Regierung hatte bereits früher erklärt, dass russische Störsender ukrainische Drohnen vom Kurs abgebracht hätten.
Der Drohnenabsturz war nach Angaben der litauischen Behörden nicht der einzige Zwischenfall an diesem Wochenende. Ministerpräsident Mindaugas Sinkevicius berichtete über einen gescheiterten Versuch, ein Unternehmen in Brand zu setzen, das Starlink-Ausrüstung lagert.
Der Brandanschlag scheiterte demnach, nachdem die Behörden das Unternehmen vor möglichen Angriffen gewarnt und die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt hatten. Sinkevicius bezeichnete den Vorfall als versuchten Sabotageakt und als Teil des hybriden Krieges Russlands.
In dem betroffenen Unternehmen wird nach Angaben des Ministerpräsidenten der Anschluss von neun Starlink-Antennen sichergestellt, die von der Ukraine genutzt werden.

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