Der bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist am 7. September 2026 in Belgrad feierlich beigesetzt worden. Zu der Beerdigung in der serbischen Hauptstadt wurden Tausende Menschen erwartet.
Serbiens Justizminister Vujic hatte angekündigt, dass Mladić bei den Trauerfeierlichkeiten alle staatlichen Ehren erhalten solle. Bereits am Wochenende war in Belgrad eine Gedenkfeier zu seinen Ehren abgehalten worden.
Die geplante Würdigung stieß auf Kritik innerhalb der Europäischen Union. EU-Erweiterungskommissarin Kos sagte aus Protest eine Reise nach Serbien ab. Sie erklärte, die Verherrlichung Mladićs sei nicht mit den Werten der Europäischen Union vereinbar.
Serbien ist seit 2012 offizieller Kandidat für einen Beitritt zur Europäischen Union.
Mladić war vor rund anderthalb Wochen im Alter von 84 Jahren in Den Haag gestorben. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal hatte ihn 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil bezog sich auf Gräueltaten während des Bosnien-Krieges, darunter das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995.
Die Meldung wurde am 7. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks verbreitet.