Vincent Wagner bleibt nach seinem Gelb-Rot-Platzverweis gesperrt. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wies den Einspruch der SV Elversberg zurück. Der Trainer fehlt seiner Mannschaft damit im Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern.
Der 38-Jährige war im Bundesligaspiel bei Borussia Mönchengladbach des Feldes verwiesen worden. Mit der Entscheidung des DFB-Sportgerichts bleibt die automatische Sperre für ein Meisterschaftsspiel bestehen. Über den Einspruch wurde innerhalb weniger Stunden entschieden.
Nach Angaben des Gerichts gibt es keine Hinweise auf einen offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters. Eine Aufhebung der automatischen Sperre sei deshalb nicht möglich. Ein solcher Ausnahmefall liege unter anderem nur dann vor, wenn eine Person verwechselt worden sei oder es keinerlei Kontakt zwischen Trainer und Schiedsrichter gegeben habe und sich der Trainer auch sonst nicht sportwidrig verhalten habe.
Das Sportgericht stützte sich in seiner Bewertung auf die Angaben des Unparteiischen und die Fernsehbilder. Demnach sei Wagner aus größerer Entfernung auf den Schiedsrichter zugelaufen, obwohl ihn der Vierte Offizielle zuvor aufgefordert habe, dies zu unterlassen. Das Gericht wertete den Vorgang als Tatsachenentscheidung des Referees, an die es grundsätzlich gebunden sei.
Zudem sah das DFB-Sportgericht keine Anhaltspunkte dafür, dass die automatisch eintretende Sperre „grob unbillig oder willkürlich“ sei. Gegen die Entscheidung kann die SV Elversberg innerhalb von 24 Stunden erneut Einspruch einlegen.
Der Platzverweis hatte zuvor für Diskussionen gesorgt. Wagner hatte sich nach einer aus seiner Sicht falschen Einwurf-Entscheidung, die zu einem Gegentor gegen seine Mannschaft geführt hatte, aus stillem Protest auf das Spielfeld gestellt. Dafür erhielt er zunächst eine Verwarnung. Die zweite Karte folgte, obwohl Wagner nach Darstellung des Artikels weder aggressiv auf den Schiedsrichter zuging noch ihn verbal angriff.
Schiedsrichter-Chef Knut Kircher bezeichnete die Situation am Sonntag im „Doppelpass“ bei Sport1 als insgesamt unglücklich. Auch Verantwortliche des FC Bayern hatten sich gegen eine Sperre ausgesprochen. Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen verwies darauf, dass es möglich wäre, für das nächste Spiel keine Sperre auszusprechen.
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zeigte ebenfalls kein Verständnis für die Entscheidung. In seiner Sky-Kolumne kritisierte er, am jungen Elversberg-Trainer werde ein Exempel statuiert.