In Sachsen sind neun weitere Sprengvorrichtungen im Umfeld von Hochspannungstrassen entdeckt und entschärft worden. Die Funde wurden südlich des Umspannwerks Graustein nahe Schleife im Landkreis Görlitz gemacht. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen waren im Einsatz.
Nach Angaben des LKA steigt die Zahl der in Sachsen entdeckten Sprengvorrichtungen damit auf 21. Polizei, Generalstaatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Görlitz bitten die Bevölkerung weiterhin um Hinweise zu den laufenden Ermittlungen.
Bereits am Samstag war bekannt geworden, dass in der Lausitzer Braunkohleregion an der Grenze zu Brandenburg zwölf weitere Vorrichtungen gefunden worden waren. Nach Angaben von Polizei und Generalstaatsanwaltschaft sollten sie Schäden an elektrischen Hochspannungsleitungen durch einen Kurzschluss verursachen. Zu einem Schaden am Stromnetz kam es demnach nicht. „Auch bestehe keine Gefahrenlage für die Bevölkerung“, teilten die Behörden mit.
Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit mehreren mutmaßlichen Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz. Die Vorfälle konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen. In Brandenburg und Nordrhein-Westfalen fahnden Polizei und Staatsanwaltschaft nach einem 48 Jahre alten Mann. Zu seiner Suche veröffentlichten die Behörden am Samstag einen gemeinsamen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos und baten um Hinweise aus der Bevölkerung.
Ein Großeinsatz im Hambacher Forst nahe Köln blieb am Sonntag ohne Hinweise auf den Gesuchten. Am Montag meldete die Polizei in Nordrhein-Westfalen einen weiteren Fund. Zuvor hatte sie Hinweise auf eine verdächtige Person im Umfeld des Kraftwerks Weisweiler erhalten. In der Nähe einer Hochspannungsleitung wurden anschließend mehrere Abschussvorrichtungen festgestellt.
Am Freitag hatten Polizisten in der Wohnung des Tatverdächtigen im nordrhein-westfälischen Gevelsberg Sprengstoff entdeckt. Später durchsuchte ein Spezialeinsatzkommando in einem Wald bei Niederzier einen Lastwagen, der offenbar zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde dort nicht angetroffen.